Das Auswärtsspiel des IGR-Bundesligateams der Herren gegen die SG Eldagser Falcons am 24. Oktober fällt aus, das gegnerische Team hat zur Zeit kein einsatzbereites Team zur Verfügung. Das Spiel der IGR-Bundesligistinnen gegen den SC Bison Calenberg findet wie geplant in der Sporthalle der Grundschule Eldagsen statt. Anpfiff am 24. Oktober 2020 ist um 17 Uhr.
In allen städtischen Gebäuden und Einrichtungen gilt ab sofort neben der bereits bekannten 3G-Regelung (geimpft/genesen/getestet) die Verpflichtung, eine FFP2-Maske zu tragen. Die sogenannte OP-Maske reicht nicht mehr aus.
Alle Gäste werden gebeten, diese Regelungen zum Schutze aller zu beachten und auch weiter privat die AHA+L-Regeln – Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit (FFP2-)Maske und Lüften – einzuhalten.
Die FFP2-Pflicht in städtischen Gebäuden gilt selbstverständlich auch für alle Mitarbeitenden der Stadt Remscheid.
Im Bergischen Städtedreieck stehen die Termine für die Abholung der abgeschmückten Weihnachtsbäume fest. Welche Bedingungen in welcher Stadt gelten, haben wir in folgender Übersicht zusammengestellt.
Wuppertal: AWG holt ausrangierte Weihnachtsbäume ab
Abholung startet in der 2. KW im Westen, in der 3. KW im Osten. Bäume müssen für die Kompostierung frei von Schmuck sein.
Auch in diesem Jahr holt die AWG wieder ausrangierte Weihnachtsbäume ab:
im Westen Wuppertals in der 2. Kalenderwoche (ab Montag, 10. Januar 2021)
im Osten Wuppertals in der 3. Kalenderwoche (ab Montag, 17. Januar 2021).
Grundsätzliche Vorgabe für die Abholung: Die ausrangierten Bäume müssen frei von Schmuck bzw. Lametta sein. Von Bäumen, die einen Ballen haben, sollte der Benutzer vor dem Herausstellen den Übertopf entfernen und die Erde so gut wie möglich abschlagen. Die AWG bringt die Wuppertaler Weihnachtsbäume zur Kompostierungsanlage der Gesellschaft für Kompostierung und Recycling (GKR) im benachbarten Velbert. Nur entschmückte Weihnachtsbäume können dort fachgerecht kompostiert werden.
Remscheid: Drei verschiedene Termine
Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) erteilen auch in diesem Jahr den Weihnachtsbäumen eine Abfuhr. Für die Stadtteile Lennep, Lüttringhausen und Alt-Remscheid gelten unterschiedliche Termine.
Los geht’s in Lennep am Montag, 10. Januar. Am Mittwoch, 12. Januar, wird in Lüttringhausen eingesammelt. Zuletzt werden die Weihnachtsbäume in Alt-Remscheid am Samstag, 15. Januar, abgeholt.
Die TBR bitten darum, die Weihnachtsbäume am Abholtag bis 7 Uhr gut sichtbar auf dem Bürgersteig – also nicht am Mülltonnenstandort – abzulegen.
Weil die Bäume verwertet werden, werden nur vollständig abgeschmückte Weihnachtsbäume mitgenommen. Weihnachtsbäume über zwei Meter Länge bitte durchsägen!
Solingen: Tannenbäume werden am Freitag abgeholt
Abgeschmückt an Sammelstellen deponieren
Ausgediente Tannenbäume werden am Freitag, 7. Januar, abgeholt. Sie müssen bis 7 Uhr morgens vor dem Grundstück abgelegt werden, dürfen aber den Verkehr nicht behindern oder gefährden. Gut ist es, die Bäume an nachbarschaftlichen Sammelstellen zu deponieren. Das erleichtert den Mitarbeitenden der Technischen Betriebe Solingen (TBS) die Arbeit.
Mitgenommen werden nur komplett abgeschmückte Bäume ohne Netze, Säcke oder Töpfe. Der Stammdurchmesser darf maximal 15 Zentimeter betragen, die Länge zwei Meter nicht überschreiten.
Wegen der Weihnachtsbaum-Abfuhr verschiebt sich die Abfallentsorgung in der anschließenden Woche: Die freitags-Leerung vom 7. Januar wird am Montag, 10. Januar, nachgeholt. Jede weitere Abfuhr in der Woche findet dann einen Tag später statt, die Leerung vom Freitag am Samstag, 15. Januar.
Seit Jahresbeginn hat die Lüttringhauser Filiale der Volksbank im Bergischen Land mit Marc Buschhausen einen neuen Leiter. Der 47-Jährige freut sich, nach Stationen in Solingen und Hilden nun wieder in seiner Heimatstadt Remscheid zu arbeiten.
Marc Buschhausen feierte erst kürzlich sein silbernes Dienstjubiläum. Bewusst hat er sich für die Arbeit in der Filiale und nicht etwa in einer internen Abteilung entschieden: „Der persönliche Kontakt, der direkte Umgang mit den Menschen ist mir sehr wichtig“, sagt er. „Jedes Gespräch ist individuell, weil auch jeder Mensch und seine Anliegen individuell sind.“
Seine neue Arbeitsumgebung ist dem 47-Jährigen nicht fremd. Aufgewachsen ist er am Grenzwall, mit seiner Frau und drei Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren wohnt er im Südbezirk. Gemeinsam waren sie schon oft auf dem Lüttringhauser Weihnachtsmarkt – und haben im Sommer bei Belfi Eis gegessen. Gleichwohl: Auch darauf, den Stadtteil und seine tollen Kollegen noch besser kennenzulernen, freut sich der neue Filialleiter. Und im Gegenzug erfahren Kunden und Kollegen vielleicht auch noch mehr über ihn. Dass er gerne joggen geht und mit seinem Sohn eine Dauerkarte bei Bayer Leverkusen hat, verrät Marc Buschhausen jetzt schon.
Die Linksjugend Solid Remscheid unterstützt die Remscheider Jusos in ihrer Forderung für jedes in Remscheid neugeborene Baby einen Baum zu pflanzen. Bäume sind ein einfaches und wirksames Mittel im Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben und helfen Kommunen dabei, sich besser an verändernde klimatische Bedingungen anzupassen.
Besser als neupflanzen ist es jedoch, gesunde Bäume gar nicht erst zu fällen. „Wir freuen uns über jeden Baum mehr in der Stadt, doch Neupflanzungen sind teuer und aufwendig und es braucht Jahrzehnte, bis ein junger Baum die Leistungen eines ausgewachsenen Baums erbringen kann, daher sollte das oberste Gebot der Schutz der bestehenden Bäume sein“, so der Sprecher Louis Achenbach. Darin sieht die Linksjugend die größte Baustelle, denn jedes Jahr verliert Remscheid mehrere Hundert Stadtbäume und daran ist die SPD nicht ganz unschuldig. Zusammen mit anderen Fraktionen spricht sie sich gegen eine strengere Baumschutzsatzung aus und initiiert oder unterstützt Großprojekte, für die etliche Bäume gefällt werden müssen, wie z.B. am geplanten Durchstich Intzestraße. An dieser Stelle sollen Dutzende große alte Laubbäume einer neuen Straße weichen.
„Unökologischer geht es kaum. Da nützt es dann auch nichts am Waldesrand ein paar neue Bäume zu pflanzen. Wir brauchen vor allem in der Stadt gesunde Bäume, die vor Ort die Luft filtern und abkühlen, Lärm mindern und Mensch und Tier erfreuen“, so die zweite Sprecherin Natalia Lange. „Wenn die Jusos es mit dem Umwelt- und Baumschutz ernst meinen, müssen sie auch bei solchen Fragen und Themen mehr Druck auf ihre Partei in Remscheid ausüben“, so Lange weiter.
Die Linksjugend Solid begrüßt Baumpflanzaktionen aber sie dürfen nicht bestehende Probleme oder Handlungen verschleiern oder grünwaschen. Wir brauchen vor allem einen effektiven Bestandsschutz und daneben gerne auch Neupflanzungen!
Die Nachwuchsorganisation der SPD-Remscheid wünscht sich, dass nach Möglichkeit schon ab dem 1.1.2022 für jedes neugeborene Baby in Remscheid ein Baum gepflanzt wird. Der Juso-Vorstand hat sich einstimmig für diesen Vorschlag ausgesprochen. Die Idee ist zwar nicht neu, bereits einige Kommunen bauen auf ein solches Konzept, allerdings sehen die Jusos hier nicht nur positive Möglichkeiten für besseren Klimaschutz in Remscheid, auch der soziale Grundgedanke spielt eine zentrale Rolle.
Der Vorsitzende der Jusos Daniel Pilz setzt sich auch neben dem politischen Engagement besonders für sozialen Klimaschutz ein und sieht in diesem Vorschlag eine große Chance: „Wir begrünen unsere Stadt und zeigen gleichzeitig wie einfach gemeinsamer und vor allem sozial gedachter Klimaschutz zum mit machen in einer modernen Kommune funktionieren kann.“
Die Jusos schlagen vor, entweder eine freie städtische Fläche auszumachen, oder durch verschiedene Umweltbedingungen entstandene große Lücken im Forstgebiet aufzufüllen. „Am ehesten Befürworten würden wir natürlich eine einheitliche Fläche, auf der ein ganz neuer Remscheider ‚Generationen-Wald‘ entstehen kann“, so Pilz weiter.
Nach Vorstellung des Juso-Vorstandes bietet das für die Stadt die Möglichkeit durch die zuständigen Stellen einmal pro Herbst eine große Pflanzaktion organisieren. Zu dieser können auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen, Schülervertretungen oder eben auch Vertreterinnen und Vertreter des lokalen FFF-Gruppe aus dem „Klimabündnis Remscheid“ zum Mitanpacken eingeladen werden. Dabei ist es sinnvoll, sich am aktuellen Baum des Jahres zu orientieren, sofern dieser in das Remscheider Forstbild passt.
Dabei sollen die Bäume keinesfalls personalisiert werden. „Teilweise sterben die Bäume auch ab und entwickeln sich nicht weiter. Wichtig ist uns nur, dass die Kinder später ein Gebiet ausmachen können, in welchem sie ihren Baum über Ihr Geburtsjahr ungefähr zuordnen können“ , ergänzt der stellvertretende Vorsitzende, Tobias Niebergall. Dafür sei es allerdings wichtig, dass für entsprechende Jahre auch gezielt bestimmte Flächen zur Verfügung gestellt werden.
„Aus dieser Aktion kann eine neue, gemeinschaftliche und liebenswerte Tradition für unsere Stadt entstehen. Außerdem wird das den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Genau das brauchen wir in meinen Augen nach den schwierigen Monaten und mittlerweile Jahren der Pandemie“, so Daniel Pilz abschließend.
Nachdem das Land Nordrhein-Westfalen die Booster-Impfung in den Impfstellen der Kreise und kreisfreien Städte auch für 12- bis 17-Jährige freigegeben hat, passt die Stadt Remscheid kurzfristig ihr Terminangebot an. Spätestens ab Mittwoch, 5. Januar, lassen sich entsprechende Auffrischungsimpfungen in der Rosenhügeler Straße 2-8 in 42859 Remscheid über das städtische Buchungssystem sichern. Wer keinen Internetanschluss besitzt, kann dann auch den Impftermin telefonisch über das Bergische ServiceCenter unter der Corona-Hotline (02191) 16-2000 buchen.
Auch für die Auffrischungsimpfung für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren gilt: Sie sind frühestens drei Monate nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung möglich.
Die Auffrischung der Jugendlichen erfolgt mit dem Impfstoff BioNTech. Verpflichtend ist ein vorheriges ärztlichen Aufklärungsgespräch, das aus organisatorischen Gründen am besten in einer Hausarztpraxis geführt wird.
Bis zum Abschluss des 15. Lebensjahres müssen Jugendliche von mindestens einer oder einem Sorgeberechtigten begleitet werden. Außerdem muss die Einverständniserklärung im Aufklärungsbogen und Anamnese-/Einwilligungsbogen von mindestens einer erziehungsberechtigten Person unterschrieben sein. Ab dem 16. Lebensjahr ist beides nicht mehr erforderlich.
Weitere wichtige Informationen zur Coronaschutzimpfung in Remscheid gibt es hier.
Positive Bilanz nach einem Jahr Tempo 30 in Brüssel: Deutsche Umwelthilfe fordert im neuen Jahr sofort Tempo 30 in allen deutschen Städten, den Tempo 30 in Brüssel halbiert Zahl der Verkehrstoten und reduziert die Zahl der Schwerverletzten um knapp 20 Prozent, Durchschnittsgeschwindigkeit und Lärm nehmen ab während Reisezeiten aufgrund des flüssigeren Verkehrs gleichbleiben, außerdem retten Tempo 30 innerorts und Tempo 80 auf Landstraßen tausende Leben und schützen kurzfristig das Klima.
Angesichts der sehr positiven Bilanz nach einem Jahr Tempo 30 in Brüssel fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH), im Jahr 2022 sofort Tempo 30 in allen deutschen Städten als Regelgeschwindigkeit einzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Verkehrstoten 2021 in Brüssel halbiert und die Zahl der Schwerverletzten um knapp 20 Prozent reduziert. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in Brüssel ist um 7 bis 19 Prozent gesunken, wobei sich die Reisezeiten aufgrund des flüssigeren Verkehrs nicht nachweislich verändert haben. Die Lärmbelastung ist um bis zu 4,8 Dezibel zurückgegangen, das entspricht mehr als einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Die Quote der zu schnellen Fahrzeuge ist von 10,4 Prozent auf 8 Prozent gesunken.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Deutschlandweit sank dieses Jahr die Zahl von Unfällen, bei denen Personen im Straßenverkehr verletzt wurden nur um knapp 6 Prozent und das auch nur aufgrund des coronabedingt geringeren Verkehrs. Die positive Bilanz aus Brüssel zeigt, dass schnell und kostengünstig tausende Menschenleben gerettet werden können. Wir fordern deshalb im Jahr 2022 sofort Tempo 30 innerorts und Tempo 80 auf Landstraßen. Das widerspricht auch dem Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien nicht. Das Tempolimit auf Autobahnen setzen wir parallel juristisch durch.“
Eine Klage zur Einhaltung der Klimaziele im Verkehrsbereich in den kommenden Jahren hatte die DUH im Herbst 2020 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg eingereicht. Die DUH ist zuversichtlich, dass das OVG feststellen wird, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen im Verkehrssektor nicht ausreichen und weitere Maßnahmen notwendig sind. Nur ein Tempolimit ist kurzfristig wirksam und kostenfrei umsetzbar.
Zwei Bücher aus der Häftlingsbücherei. Es gibt Momente, zumeist ausgelöst durch die Schilderung von betroffenen Menschen, in denen man ernsthaft darüber nachdenkt, ob das Überleben des Zweiten Weltkrieges in gewisser Weise nicht ausschließlich positiv zu bewerten ist. Die Berichte von Karl Braun lassen erahnen, dass es zuweilen auch eine Strafe sein kann. Erinnerungen können schmerzen.
Karl Braun, 93-jähriger Remscheider, erinnerte sich angesichts einer Gedenkstunde in der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall am frühen Mittwochnachittag (8. Dezember) an die unselige Zeit. Er selbst bekam, nachdem er als Helfer nach dem Krieg im Konzentrationslager Buchenwald gearbeitet hatte, zwei Bücher – Ausgaben des Brockhaus – von einem anderen Helfer geschenkt. Er übergab die Bücher nun an Holm Kirsten, dem Sammlungsleiter der Gedenkstätte Buchenwald. „Das soll ein Dokument aus den schweren Zeiten sein, in denen wir gelebt haben“, sagte Karl Braun dazu.
Die ehemalige Häftlings-Bücherei in Buchenwald musste kriegsbedingt umziehen, erinnert sich Braun. Mit Hilfe eines amerikanischen Jeeps wurde der Umzug vollzogen. Die Bücher wurden im Keller des ehemaligen Hauses von Charlotte von Stein, mutmaßliche Geliebte des Dichterfürsten Goethe, gelagert. Braun erinnert sich, dass zeitgleich die ersten deutschen Jeeps hergestellt wurden. Bei diesen VW-Modellen war der Spruch im Umlauf: „Die sind so solide gebaut, dass der Fahrer bei Beschuss sterben kann, der Motor allerdings nicht.“
„Ich bin meinem Vater unendlich dankbar, dass er mich vor der Hitlerjugend bewahrt hat. Er hat allerdings nie über die Gräuelgeschichten dieser Zeit gesprochen. Und das geschah nicht aus Unwissen. Es geschah aus Scham.“
Karl Braun
Karl Braun kam am 8. August 1943 nach Weimar. Seine Mutter hatte ihn so in Sicherheit bringen wollen. Sein Vater war aktiver Soldat im 1. Weltkrieg gewesen und lebte 1943 nicht mehr. „Ich bin meinem Vater unendlich dankbar“, sagt Braun, „dass er mich vor der Hitlerjugend bewahrt hat. Er hat allerdings nie über die Gräuelgeschichten dieser Zeit gesprochen. Und das geschah nicht aus Unwissen. Es geschah aus Scham.“
Er selbst habe in seiner Weimarer Zeit immer einen qualmenden Schornstein in Richtung Buchenwald gesehen. Bereits 1943 haben die Bewohner Weimars gewusst, dass in Buchenwald schreckliche Dinge geschahen. „Geh‘ nicht in das Lager, hat man mir gesagt, die Wachen dort schießen ohne Warnung.“ Von einer Anhöhe in Weimar konnte man das Lager und tausende Menschen sehen. Zu Fuß wäre das ein Weg von etwa zwei Stunden gewesen. Späterhin verlangten die Amerikaner, dass sich 2000 Bewohner Weimars das Konzentrationslager ansehen mussten. Die Gräueltaten Hitlers sollten öffentlich gemacht werden. Karl Braun war dabei.
Spätestens bei der Schilderung der Gegebenheiten, die der Remscheider dort gesehen hat, ist es mit seiner Gefasstheit vorbei. Er weint, sichtlich noch immer betroffen von der inneren Sicht auf Menschen, die zu Knochengerippen geworden waren. Seine Hände fahren, suchend aber keinen Halt findend, durch die Luft. Noch immer schüttelt er voller Unverständnis und zutiefst traurig den Kopf über die Lagerinschrift „Jedem das Seine“. „Ich hatte eine Ausbildung beim Roten Kreuz genossen“, erinnert sich Braun, „und wenn man da einmal war, dann bleibt man ein Helfer. Ich habe mich sofort bereit erklärt, diesen Menschen zu helfen.“ Seine Schilderungen erfolgen in einfachen Worten, was dazu führt, dass sie umso mehr wirken. Das widerliche Wirken der Nazis verträgt keine glamourösen Sprachschönheiten.
Karl Braun mit Begleitung und den Büchern. Foto: Peter Klohs
Das widerliche Wirken der Nazis verträgt keine glamourösen Sprachschönheiten.
Doch wie hilft man Menschen, die am Rande des Todes sind? „Man füttert sie“, antwortet der alte Mann erschüttert und weint wieder. „Man füttert sie. Vorsichtig, langsam und nicht zu viel. Denn sonst sterben sie, die sowieso schön näher am Tode als am Leben sind.“
Er erinnert sich an die verschiedenen Baracken im Lager, die mit ihren Aufschriften die Herkunft der Häftlinge angaben: Berlin, München, Rheinland. Er erinnert sich, dass die Amerikaner selbst das Lager nicht betraten. „Weil es dort alle Krankheiten gab, die Sie sich vorstellen können.“ Sein „Und ich habe überlebt“ ist durch sein Schluchzen kaum zu verstehen. Er erinnert sich an zuviel. Seine damals erhaltenen zwei dicken Brockhaus-Bände sollen jetzt wieder dahin zurückkehren, woher sie stammen. Holm Kirsten weiß, dass diese Bücher aus der ehemaligen Häftlingsbücherei in Buchenwald stammen. „Wir nehmen die beiden Bände genau unter die Lupe“, kündigt er an. „Und vielleicht erfahren wir durch das eingeklebte Ex Libris sogar, wem die Bücher ehemals gehört haben.“ Das Sammlungsdepot in Weimar umfasst bisher 122 Bände.
Besondere Ehre für Volksbank-Vorstand Lutz Uwe Magney: Zum Dank für langjährige verdienstvolle Tätigkeit in der Genossenschaftsorganisation erhielt er die Ehrennadel in Gold des Genossenschaftsverbands – Verband der Regionen. Der Verband vertritt rund 2.600 Genossenschaften, nicht nur Banken, in 14 Bundesländern und stellt auch die Prüfer für die alljährliche Wirtschaftsprüfung.
Verbandsprüfer Karl-Heinz Tinter heftete Magney die Ehrennadel ans Revers und würdigte die lange und intensive Laufbahn des bergischen Volksbankers. Sie begann vor 50 Jahren, im September 1971 mit der Ausbildung bei der damaligen Volksbank Remscheid. Nach einem kurzen Abstecher zu einem anderen Arbeitgeber hat Lutz Uwe Magney, die Entwicklung der heutigen Volksbank im Bergischen Land miterlebt und mitgestaltet. Sie begann in einer Zeit, in der Computer für die meisten Menschen noch ein Fremdwort war. Die Einführung neuer Techniken, die nachhaltigen Verbesserung von Abläufen und das Vorantreiben der Digitalisierung gehören zu den wichtigsten Schwerpunkten in Magneys Arbeit, der seit 2016 Vorstandsmitglied ist. Die Genossenschaftsidee „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ ist für den 66-Jährigen dabei stabiles Fundament und Ansporn zugleich.
Evangelische Kirchengemeinde Lüttringhausen veranstaltet Heiligabend von 11 bis 14 Uhr coronakonform eine lebendige Krippe und einen Weihnachtsweg voller Überraschungen.
Von der evangelischen Kirche am Ludwig-Steil-Platz in Lüttringhausen zeigt ein Engel den Weg zur lebendigen Krippe em Lütterkuser Dorp, doch vorher gibt es auf dem Weihnachtsweg rund um die Kirche schon viele Überraschungen zu entdecken: „Wir haben gelbe Weihnachtssterne gebastelt und überall dort aufgehängt, wo es noch mehr zu entdecken gibt, manchmal ganz in echt und manchmal als QR-Code, um auf dem Handy etwas zu erleben“, freut sich Antje Kammin, die sich auch in diesem Jahr mit vielen anderen Menschen aus der Gemeinde engagiert, um das Weihnachtsfest trotz Corona zu einem Erlebnis zu machen. „Wir machen das ja vor allem für die Kinder, die es in der Pandemie ganz besonders getroffen hat. So ein kleines Weihnachtsabenteuer vor dem Weihnachtsabend ist da bestimmt eine willkommene Abwechslung“, hofft Andrea Behnecke vom Wichtelgarten im Gemeindehaus.
Das Smartphone nicht vergessen
Wer die gebastelten Kunstwerke und andere Überraschungen und Abenteuer auf dem Weihnachtsweg gefunden hat, kann dann der Wegbeschreibung des Engels zum Stall folgen, um in die lebendige Krippe zu gelangen, wo man nicht nur von Maria und Josef, sondern auch von echten Tieren begrüßt wird. Der Weihnachtsweg und die Lebendige Krippe sind von 11 bis 14 Uhr geöffnet.
Beim Adventskalender der Gemeinde, der als Podcast im Internet stattfindet, gibt es täglich kleine Rätsel zu lösen. Unter www.luetterkuser-advent.de gibt es täglich einen neuen Buchstaben. Wer alle korrekt gesammelt hat, hat am 24. Dezember dann einen ganzen Lösungssatz. Diesen Lösungssatz darf man dann Maria und Josef ins Ohr flüstern, und wer sich nicht ganz sicher ist, kann sich vielleicht vorher noch Tipps beim Hirten holen. Der Einlass auf den Stallhof erfolgt nur mit Maske und unter 3G, Nachweise sollten griffbereit sein. Kinder und Jugendliche von sechs bis 15 Jahren gelten als negativ getestet, zumindest noch bis einschließlich 26. Dezember. „Da immer nur eine Familie zu der heiligen Familie darf, kann es auch mal einen Moment dauern, bitte bleibt freundlich und haltet Abstand“, mahnt Andrea Behnecke bei aller Vorfreude auch zu Rücksicht.
Weihnachtsgrüße senden
Wer Weihnachtsgrüße in die Gemeinde oder ins Dorf senden möchte, es gibt eine Hotline, da kann man seine Grüße aufsprechen, und über die Feiertage werden sie gemeinsam mit weiteren kleinen Überraschungen im Lütterkuser Advent veröffentlicht: (0 21 91) 93 47 19 25. Die Grüße dürfen jeweils 30 Sekunden lang sein, ruft für mehrere Grüße einfach mehrfach an.
Fans der amerikanischen Erfolgsserie „The Big Bang Theory“ kennen seine Stimme, viele Schülerinnen und Schüler aus Remscheid auch den Menschen: Rajvinder Singh verstarb nach kurzer Krankheit in Berlin.
Rajvinder Singh war nicht nur Synchronsprecher, sondern vor allem Schriftsteller. Am 4. Januar 1956 im Punjab geboren zog es ihn zunächst an verschiedene Stationen in Europa, Anfang der Achtziger kam er nach Berlin und blieb. 2004 war er Stadtschreiber von Remscheid.
2017 und 2018 leitete Singh auf Einladung der Lütteratenliterarische Schreibwerkstätten mit Schülerinnen und Schülern der GHS Hackenberg, der Albert Schweitzer Realschule, der Sophie-Scholl-Gesamtschule und der Nelson-Mandela-Schule. Aus diesen Werkstätten entstand 2019 das Buch „Worte ohne Grenzen“ (9,80 Euro, ISBN: 978-3-945763-68-1), das Singh gemeinsam mit den Remscheider Schülerinnen und Schülern veröffentlicht hat.
Seine berühmteste Synchronsprechrolle war die des Dr. Rajesh „Raj“ Ramayan Koothrappali (Kunal Nayyar) in der Serie „The Big Bang Theory“, er war aber auch an zwei Filmen der Matrix-Reihe beteiligt.
Rajvinder Singh verstarb am 16. Dezember 2021 nach kurzer Krankheit in Berlin. Er hinterlässt Frau und Tochter. Er wurde nur 65 Jahre alt.
Individuelle Quarantäneanordnungen für alle Schüler:innen eines Klassen- oder Kursverbandes ersetzt die Stadt Remscheid ab sofort durch eine für alle geltende Allgemeinverfügung, mit der sie tagaktuell Absonderungen für ganze Klassenverbände inklusive des in Kontakt geratenen Lehr- und Betreuungspersonals anordnet. Die Allgemeinverfügungen als öffentliche Mitteilungen veröffentlicht die Stadt Remscheid in einem Sonderamtsblatt. Alle Amtsblätter und Sonderamtsblätter sind im städtischen Internetportal via www.remscheid.de online abrufbar. Personen, die über kein Internet verfügen, erhalten Sicherheit beim Bergischen ServiceCenter unter der Rufnummer (0 21 91) 16 – 2000.
Mit dieser Verfahrensumstellung reagiert die Stadt Remscheid auf die vielen Quarantänen, die zurzeit in Schulen trotz Rückkehr zur Maskenpflicht ausgesprochen werden müssen und den Dienstbetrieb im Gesundheitsamt immens belasten.
Im schulischen Kontext gilt nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass der komplette Klassen- oder Kursverband in Quarantäne geschickt werden muss, wenn zeitgleich zwei oder mehr Mitschüler:innen infiziert sind. Diese Regelung hat beim Gesundheitsamt, das bei den steigenden Infektionszahlen ohnehin unter der sehr aufwändigen Kontaktpersonennachverfolgung ächzt, erhebliche Mehrarbeit ausgelöst. So wurden allein im Zeitraum 25. November bis 7. Dezember 173 Kinder im Alter von sechs bis achtzehn positiv getestet. In der Folge mussten die Schüler:innen von insgesamt 18 Schulklassen mit individuellen Quarantäneanordnungen nach Hause geschickt werden.
Um dieses Verfahren zu vereinfachen, wurde nun rechtssicher umgestellt: Das Remscheider Gesundheitsamt spricht die Quarantänen im schulischen Kontext ab sofort in Form einer Allgemeinverfügung aus, die sie tagaktuell online veröffentlicht. Die obligatorischen kurzfristigen Schulinformationen an die betroffenen Personen laufen selbstverständlich weiter.