57. „Jugend musiziert“: Top-Platzierungen für Remscheider*innen

Von Freitag bis Sonntag, 31. Januar bis 2. Februar 2020, präsentierten 240 junge Musikerinnen und Musiker im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in der Region Bergisch Land ihr Können.

Die Remscheider Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich vor den Fachjuroren behaupten und hervorragende Platzierungen verbuchen:

Blechbläser-Ensemble

Lino Kammin, Marti Kammin, Jan Peter Heynen und Justus Scheffen – 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb

Gesang

Caroline Jäger (1. Preis), Ines Budic (1. Preis), Tessa Pyschek (2. Preis), Lorena Warkentin (2. Preis). Die Sängerinnen Ines Budic und Caroline Jäger sind auch weitergeleitet worden zum Landeswettbewerb.

Harfe

Theresa Kalenberg (1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb)

Holzbläser-Ensemble

Nina Weingerl, Emilia Fritzsche und Leonie Röttger (1. Preis), Julia Heynen und Georg Seebohm (1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb), Johanna Weber, Johanne Maar und Ceren Vural (1. Preis)

Klavier

Xiaotin Kong (1. Preis), Meyra San (1. Preis), Alicia Nicole Draghici (3. Preis), Ricarda Roth (3. Preis), Noah Valentin Alic (2. Preis), Matthias Müller (2. Preis)

Streich-Ensemble

Eleanor Gusdorf und Anne Rebecca Kirchhoff (1. Preis)

Kostenloses Preisträgerkonzert im Teo Otto Theater

Die Besten erwartet nun im März der Landeswettbewerb in Essen. Zuvor findet am Sonntag, 23. Februar 2020 um 11 Uhr noch das Preisträgerkonzert  im Teo Otto Theater statt. Das Konzert ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

Alle Ergebnisse finden sich online unter: www.jugend-musiziert.org

Unter Alkohol- und Drogeneinfluss: Geparkte Autos gerammt

Bereits am Montag, 3. Februar 2020 um 17.35 Uhr, beschädigte ein 32-Jähriger aus Wermelskirchen mit seinem PKW zwei am Fahrbahnrand geparkte Autos auf der Straße Arnzhäuschen. Der Mann war auf der L101 in Fahrtrichtung Bremen unterwegs und räumte gegenüber den Beamten ein, diverse alkoholische Getränke getrunken sowie am Vortag einen Joint konsumiert zu haben. Der Sachschaden an den Autos wird auf jeweils 3.000 Euro geschätzt. Dem 32-Jährigen wurden zwei Blutproben entnommen. Außerdem stellten die Beamten den Führerschein des Mannes sicher.

PSR: Weiter auf Erfolgskurs

Die Nachfrage nach Dauerparkplätzen steigt und trägt auch einen Teil zum anhaltenden Erfolgskrus der Park Service Remscheid GmbH bei.

Die Park Service Remscheid GmbH kann ein weiteres erfolgreiches Jahr verzeichnen. Die Einfahrzahlen bei den Kurzparkern lagen mit 546.500 etwa auf dem Vorjahresniveau. Bei den Dauerparkern konnte die PSR Ende Dezember mit 742 Stellplätzen den Rekord aus dem Vorjahr stabil halten.

Nachfrage steigt weiter

Die Nachfrage nach Dauerparkplätzen steigt. Derzeit gibt es Wartelisten. Die PSR GmbH besitzt zwei eigene und vier gepachtete Parkobjekte mit einer Stellkapazität von insgesamt 1.143 Stellplätzen.

Viele kleinere Maßnahmen, verteilt auf das ganze letzte Jahr, zeigten eine große Auswirkung auf den Gesamteindruck der Parkhäuser. Investitionen wurden in einem sechsstelligen Bereich getätigt, um die in die Jahre gekommenen Parkobjekte instand zu halten und um sie zu modernisieren. Unter anderem wurde die Einfahrt zur Tiefgarage neugestaltet und die Kassenautomaten so eingerichtet, dass es jetzt auch Rollstuhlfahrern bequem und selbstständig möglich ist, ihr Parkticket barrierefrei zu zahlen oder die Wertkarte aufzuladen. „Rollstuhlfahrer profitieren ebenfalls von den neuen Brandschutztüren, die sich jetzt automatisch öffnen lassen“, so Prof. Dr. Hoffmann, Geschäftsführer der Park Service Remscheid GmbH.

Weiberfastnacht im Remscheider Rathaus

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz heißt alle Remscheider Närrinnen und Narren herzlich willkommen zum Weiberfastnachtsempfang.

Auch in diesem Jahr sind alle Remscheider Närrinnen und Narren am Donnerstag, 20. Februar 2020, herzlich zum bunten Weiberfastnachtsempfang im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses Remscheid eingeladen.

Traditionell übernehmen die Remscheider Möhnen ab 11.11 Uhr das Regiment. Mit einem bunten Programm wird für karnevalistische Stimmung gesorgt. An einer Theke gibt es Kaltgetränke und kleinen Häppchen zu günstigen Preisen, der Verzehr mitgebrachter Getränke ist nicht gestattet. Den Jecken wird eine Party mit Tanz und Kostümen geboten. Veranstaltungsende ist 14 Uhr.

Lasse Unger bei Solinger Klinge

Beim Fechtturnier Solinger Klinge startete Lasse Unger zum ersten Mal für die Lenneper Turngemeinde. Das Turnier ist ein Qualifikationsturnier für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften und war entsprechend stark besetzt. Lasse Unger belegte einen Platz im hinteren Mittelfeld.

LTG: Kickbox-Großmeister zu Gast

In der vergangenen Woche unterstützte Kampfsportgroßmeister Carlos „Manong“ Pulanco das Kickboxtraining in der Lenneper Turngemeinde.

Carlos Pulanco wies alle am Training teilnehmenden Menschen bei seinem Besuch in der Lenneper Turngemeinde in die hohe Waffenkampfkunst ein. Neben speziellen Stäben wurden auch Alltagsgegenstände wie Regenschirme in das Selbstverteidigungstraining eingebunden. Individuelle Tipps vom Großmeister, der Begründer des Systems Agos Kamay, 9. Lakan/Dan Kombatan ist, rundeten den Nachmittag ab.

Kickboxtraining in Lennep

LTG-Kickboxtrainer Shemsedin Berisha und Großmeister Carlos „Manong“ Pulanco in Lennep. Foto: LTG
LTG-Kickboxtrainer Shemsedin Berisha und Großmeister Carlos „Manong“ Pulanco in Lennep. Foto: LTG

Jeden Dienstag von 16 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 20.30 Uhr trainieren Kinder im Alter von 3 Jahren und Erwachsene unter der Leitung von Shemsedin Berisha gemeinsam Kickboxen bei der LTG.

Sportjugend: Ausbildung zum Sporthelfer startet

Termine und Informationen zur Sporthelferausbildung 2020 vom Sportbund Remscheid.

Wer Spaß an Bewegung und Sport hat und zwischen 13 und 17 Jahren alt ist, hat als Sporthelfer*in die Möglichkeit, die Übungsleitung bei der Planung und Durchführung von (außer-)sportlichen Angeboten sowie bei Veranstaltungen und Projekten für Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Unter fachlicher Begleitung findet man während der Sporthelferausbildung den Einstieg, um Teilgruppen oder Stundenanteile mit Kindern oder Gleichaltrigen anzuleiten.

Ausbildungstermine

Zwei jeweils viertägige Lehrgänge gehören zur Ausbildung. Der Lehrgang Sporthelfer*in I  (SH I) findet von Samstag bis Dienstag, 4. bis 7. April 2020, statt, der Lehrgang Sporthelfer*in II (SH II) Montag und Dienstag am 9. und 10. Mai und 23. und 24. Mai 2020.

Werde Sporthelfer bei der Remscheider Sportjugend im Sportbund Remscheid. Artwork: Sportbund Remscheid e.V.
Werde Sporthelfer bei der Remscheider Sportjugend im Sportbund Remscheid. Artwork: Sportbund Remscheid e.V.

Besondere Hinweise

  • Die Sporthelferausbildung richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 – 17 Jahren.
  • Eine Vereinsmitgliedschaft ist eine gute Voraussetzung aber nicht Bedingung.
  • Die Ausbildung bietet den Einstieg in das Qualifizierungssystem des organisierten Sports.
  • Im Anschluss an die SH I- Ausbildung kann die SH II- Ausbildung absolviert werden. Damit ist die Anerkennung für das Basismodul der Übungsleiter-C-Lizenz geschafft.
  • Absolvieren Jugendliche zusätzlich eine Erste-Hilfe-Ausbildung (neun Lerneinheiten), können sie die bundeseinheitliche Jugendleiter*innen-Card (Juleica) online unter www.juleica.de beantragen.

Die Anmeldung erfolgt online über folgende Seite: https://www.sportbildungswerk-nrw.de/wuppertal/qualifizierung

Kontakt zur Remscheider Sportjugend

Die Remscheider Sportjugend ist Teil vom Sportbund Remscheid e.V.
Jan-Wellem-Str. 29
42859 Remscheid
Telefon 02191 341443
www.sportbund-remscheid.de

LTG: Sechs Judoka qualifiziert für Bezirksmeisterschaft

Für die Kreismeisterschaft der U15 traten am vergangenen Wochenende sechs Judoka der Lenneper Turngemeinde den Weg nach Velbert an. Ziel war ein Podestplatz, um sich für die an diesem Wochenende stattfindende Bezirksmeisterschaft in Neuss zu qualifizieren.

Philipp Kapitza hatte das Glück, lediglich gegen seinen Vereinskameraden Yurij Yakovenko antreten zu müssen. Bei diesem vereinsinternen Duell unterlag Yurij Yakovenko und kam so auf den zweiten Platz, Philipp Kapitza entsprechend auf Platz 1.

Felix Kapitza hatte es da deutlich schwerer, da er gegen höhergraduierte und wettkampferfahrene Judoka aus anderen Vereinen antreten musste. Trotz zweier Niederlagen sicherte er sich aber noch Platz 3.

Michael Ramburger und Alexander Krämer unterlagen lediglich gegen einen Wuppertaler, bevor sie aufeinander trafen. In diesem vereinsinternen Duell gewann in der Verlängerung Michael Ramburger und landete auf Platz 2, Alexander Krämer auf Platz 3.

Unbesiegbar an diesem Tag war Fabio Venditti. Er gewann alle Kämpfe und errang ungeschlagen Platz 1. Damit qualifizierten sich alle sechs Judoka der LTG für die Bezirksmeisterschaften.

Skireise nach Österreich

Skireise der SG Altstadt Lennep e.V. vom 14. bis 21. März 2020.

Wie jedes Jahr veranstaltet die SG Altstadt Lennep e.V. eine Skireise an den Reschenpass nach Österreich, und zwar in der Zeit vom 14. bis zum 21. März 2020. Die bekannten uns sehr schneesicheren Skigebiete Ischgl/Samnaun und Nauders/Schöneben werden mit dem vor Ort bleibenden Reisebus angefahren. Diese Skiegebiete versprechen mit über 200 Pistenkilometern und einer Höhenlage von bis zu 2.900 Metern Skivergnügen.

Neben Skisport gibt es auch Apres-Ski mit Schmuggler-Alm, Alm-Rausch und Trofana-Alm. Der Wellnessbereich des Hotels bietet Möglichkeiten zum Relaxen.

Information und Anmeldung

Der Preis für die einwöchige Reise wurde nicht kommuniziert, so bleiben für Nachfragen und Anmeldung nur der Griff zum Telefon unter 02191 70802 oder das Schreiben einer E-Mail an dahme2006@arcor.de.

Sparkasse: Fünf junge Bankkaufleute starten ins Berufsleben

Erfolgreicher Ausbildungsabschluss bei der Stadtsparkasse Remscheid. Alle Absolventen werden übernommen.

Zum Ende ihrer Ausbildungszeit gab es bei fünf frischgebackenen Bankkaufleuten nur strahlende Gesichter. Zweieinhalb Jahre Ausbildung bei der Stadtsparkasse Remscheid vergingen wie im Flug und wurden von den drei Damen und zwei Herren mit Erfolg beendet. So gratulierten Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Michael Wellershaus und Herbert Thelen als stellvertretendes Vorstandsmitglied den jungen Kolleginnen und Kollegen aufs Herzlichste. Groß war die Freude auch bei Ausbildungsleiterin Jutta Fricke, die ihre Schützlinge durch ihre Ausbildungszeit engagiert begleitet hat.

Zum Abschluss regnete es Konfetti

Der Sparkassen-Nachwuchs wird nun innerhalb des Hauses in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Allen fünf Absolventen wurde eine Weiterbeschäftigung nach Ausbildungsende angeboten. „Jungangestellte bringen frische Ideen ein und sind eine klare Bereicherung für unsere Stadtsparkasse. Gemeinsam mit den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen bilden sie ein gutes Team. Von dieser generationenübergreifenden Zusammenarbeit profitieren alle und nicht zuletzt unsere Kundinnen und Kunden“, sagt Michael Wellershaus.

Ausbildungsleiterin Jutta Fricke hofft, dass die frischgebackenen Bankerinnen und Banker die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten wahrnehmen: „Dabei kann man die unterschiedlichsten Schwerpunkte setzen. Gerade heute ist es enorm wichtig, sich ständig weiter zu qualifizieren.“

Doch zunächst wurde der Erfolg gefeiert. „Wir sind stolz auf die Leistungen unserer nun ehemaligen Azubis. Und mit ihrem Ausbildungsabschluss haben sie für sich selbst die beste Basis für ihre weitere berufliche Entwicklung geschaffen“, betont Herbert Thelen. Dass die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereit seien, Verantwortung zu übernehmen, habe sich nicht nur am Arbeitsplatz und an den verschiedenen Ausbildungsstationen  gezeigt. Auch bei den sozialen Projekten, die ein fester Bestandteil der Sparkassen-Ausbildung sind, zeigten die Nachwuchskräfte Einsatzfreude und Kreativität.

Interessiert an einem Ausbildungsplatz bei der Sparkasse?

Informationen zu Ausbildung und Bewerbung bei der Stadtsparkasse Remscheid gibt es unter www.stadtsparkasse-remscheid.de und bei Ausbildungsleiterin Jutta Fricke, Telefon 0 21 91/ 16-69 15 oder per Mail an jutta.fricke@stadtsparkasse-remscheid.de.

Anja Franz: Singer/Songwriterin aus Remscheid

Die Singer/Songwriterin aus Remscheid, Anja Franz, spielte im Café Lichtblick in der Gertenbachstraße 2 in Lüttringhausen.

Zum zweiten Mal war Anja Franz im Café Lichtblick zu Gast. „Vor drei Jahren war ich schon einmal hier“, erzählt die 1975 in Remscheid geborene Sängerin und Gitarristin. Das Publikum im gut besuchten Café konnte sich daran gut erinnern.

Gitarre und Gesang

Lieder von John Denver (u.a. „Leaving On A Jetplane“, mit dem Anja Franz alle Konzerte beginnt), der Kelly Family, Pur, Gregor Meyle, ihres Mentors Holger Brinkmann (den man, nebenher besehen, viel zu selten in Remscheid spielen sieht), Kerstin Ott, Matthias Reim, aber auch eigene Songs und eigene Texte erklingen beim Konzert. Die Gitarrenarbeit der Muikerin ist solide, sie setzt auf Texte und Ausstrahlung der Stücke, auf ihre Stimme. Hin und wieder erklingt durch technische Hilfe eine zweite Stimme zu ihrem Gesang. Das kommt gut!

Anja Franz bei ihrem Konzert im Café Lichtblick in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs
Anja Franz bei ihrem Konzert im Café Lichtblick in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs

Viele der Texte sind positiv geprägt, Gregor Meyles „Du bist das Licht“ zum Beispiel. Und auch das von Holger Brinkmann komponierte, von Anja Franz jedoch mit einem eigenen Text versehene „Liebe das Leben“, geht in diese Richtung. Die Besucher im Café Lichtblick hörten Anja Franz gerne zu und spendeten reichhaltigen Beifall.

Seelenheil und Wurzelbehandlung – und warum der Wunsch nach Zweiter oft Ersteres bedeutet…

Die Hoffmann über das Theaterstück „Renaissance und Anachronismus“ von Christian Wüster, aufgeführt im Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen.

Kunst schaffen, Theater spielen ist eigentlich mein Steckenpferd und liebstes Hobby. Aber es kann einen auch an die persönlichen Grenzen bringen, zumal es bei mir (leider) nicht der Hauptberuf ist.

Neues Genre: Episches Theater

Vor knapp einem Jahr sagte ich meinem Theaterkollegen und Autor bei der Volksbühne, Christian Wüster, zu, in seinem neuen Stück „Renaissance und Anachronismus“ eine Rolle zu übernehmen. Es sei ein Experiment, ein ganz neues Genre, an dem er sich versuche: Episches Theater.

Renaissance und Anachronismus. Foto: Sascha von Gerishem
Renaissance und Anachronismus. Foto: Sascha von Gerishem

Heute vermute ich, dass ich nicht richtig zugehört habe, vielleicht Alkohol im Spiel war oder ich mich in einem Rausch totaler Selbstüberschätzung befand. Und so geschah es, dass ich mich kurz vor den Sommerferien in einem Probenraum wiederfand und ich das neue Stück erstmals bewusst mit den Schauspielkollegen las.

Sorge kam auch hier noch nicht auf. Es würde sein wie immer: zwei bis drei Leseproben, dann Stellproben, der Text würde sich dann langsam ins Hirn schleichen, ganze Passagen lernten sich beim Spielen auswendig.

Dem war nicht so, außerdem realisierte ich allmählich, dass ich in wirklich jeder Szene auf der Bühne mit Text war und da die Tage schon kürzer wurden, war der Absprung vom sich immer schneller drehenden Theater-Karussell nicht mehr möglich.

Hinter der Bühne. Foto: Steph Hoffmann - www.die-hoffmann.de
Hinter der Bühne. Foto: Steph Hoffmann – www.die-hoffmann.de

Es war vielleicht die Tatsache, dass ich in den Augen von Autor und Regisseur Christian Wüster nie das P für Panik in den Augen las, auch der Zuspruch der Kollegen tat gut, außerdem saß bei denen der Text auch noch nicht. Ich redete mir Abend für Abend ein, dass ich seit Beginn meiner Schullaufbahn ein Drucklerner war, das würde schon alles gut werden…. Wurde es aber nicht.

Und dann: Panik!

Knappe zwei Wochen vor der Premiere hoffte ich auf ein Anhalten der Uhren, der Welt, eine göttliche Eingebung (welch ein Wortwitz, ich spielte einen Engel), schlicht irgendetwas, was die Premiere um ein gefühlt weiteres Jahr verschieben würde. Leider auch hier: Die Erde dreht sich weiter, ich hatte keinen Plan B.

"Hören Sie? Wir sind jetzt Nihilisten!" Foto: Steph Hoffmann - www.die-hoffmann.de
„Hören Sie? Wir sind jetzt Nihilisten!“ Foto: Steph Hoffmann – www.die-hoffmann.de

Aber Plan K, N und D waren auf einmal da in Form von Krücken und Netz und doppeltem Boden. Ich musste mir Hilfen auf der Bühne schaffen, auf die ich zurückgreifen konnte. Eigentlich ist das gar nicht mein Ding und es schnitt tief in meine Schauspielerehre, aber besser als ein totales Versagen war es allemal. Wenn ich sie später nicht bräuchte, umso besser.

Seelenheil

Und dann sitzt du da, hinter dem noch geschlossenen Vorhang und in deinem Hirn herrscht die totale Leere, du weißt nicht mal mehr den eigenen Namen, meine Mitspielerinnen gehen ihren Text noch einmal durch, da ist dieses eine Wort aus ihrem Text: Seelenheil und da ist die eine, einzige Frage, die dir noch durch den Kopf geht: Was mache ich hier eigentlich, warum sitze ich hier, eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt wäre in diesem Moment das einzig Richtige und mein persönliches Seelenheil, wenn ich nur tauschen dürfte.

Während der Aufführung. Foto: Sascha von Gerishem
Während der Aufführung. Foto: Sascha von Gerishem

Und dann öffnet sich der Vorhang, du atmest einmal aus, springst ins kalte Wasser und schwimmst, schwimmst bis zum Schlussapplaus, der dich noch lange trägt und entschädigt für Schweiß, Blut und Tränen, der dein „NIE WIEDER!“ negiert und dich weiter antreibt, es wieder zu tun.

„Theater muss weh tun!“, haben wir bei der Neuen Bühne Remscheid mit dem (leider schon verstorbenem) Regisseur Klaus G. Hendl immer gesagt, aber Theater, ob als Schauspieler oder Zuschauer, kann ein wahres Seelenheil sein.

Applaus. Foto: Nicole Dahmen
Applaus. Foto: Nicole Dahmen

„Viele Sandkörner ergeben die Wüste“

Die erste Aufführung eines Theaterstückes. Renaissance und Anachronismus von Christian Wüster, aufgeführt vom WÜSTheatER im Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen.

Man braucht in der Kultur keinen Bombast, um Qualität zu erzeugen. In der Musik nicht, bei bildenden Künsten nicht – und im Theater auch nicht. Großartige Showeffekte können hinderlich sein, halb- oder quasiphilosophische Ergüsse, dargeboten in fragwürdiger Lautstärke, können blenden. Man kann viel falsch machen, gerade als Regisseur oder Autor eines Theaterstückes.

Wie man es anders macht, beweist Christian Wüster mit seinem Theaterstück „Renaissance und Anachronismus“, ein mit acht Laien-Schauspielerinnen und -schauspielern besetztes… ja was? Eine Komödie ist es nicht, eine Farce ebenso wenig. Das Stück eine Tragödie zu nennen ist auch verfehlt. Braucht man eine Schublade? Wenn ja, ich weiß keine.

„Ein hervorragendes Antikriegsstück. Mutige Dialoge, Monologe die zum Nachdenken zwingen.“ – Fritz Beinersdorf

Und das ist einer der positiven Punkte, die es über dieses Theaterstück zu sagen gibt: Es entzieht sich einer Kategorie. Schön zu beobachten bei der „ersten“ Premiere des Stückes am Morgen des 24. Januar in der Aula des Leibniz-Gymnasiums, eine Aufführung nur für Schüler. Da lachen die Besucher über irgendetwas – und schweigen drei Zehntelsekunden später betroffen, weil ihnen das Lachen im Hals verkümmert ist.

Die Engel streiken

Wir haben an dieser Stelle ausführlich über den Inhalt von „Renaissance und Anachronismus“ berichtet und wollen uns hier nicht wiederholen. Nur kurz dies: Die Engel, die den Tod und die Gestorbenen verwalten, wollen wegen erhöhten Arbeitsaufkommens streiken. Darf man das? Wie wirkt sich ein Streik der Engel auf die Menschheit aus? Soweit.

Der Mensch selbst ist ein Anachronismus. Viele Zitate und Aperçus begreift man in ihrer vollen Tiefe, wenn man das Stück zweimal ansieht. Hier einige prägnante Beispiele:

  • „Nihilismus ist feige!“ – „Ich weiß, dass er feige sein KÖNNTE.“
  • „Jedes Lebewesen ist ständig in Bewegung. Das ist der Sinn des Lebens.“
  • „Die Entdeckung Südamerikas hat zu großen Verlusten geführt.“
  • „Wir sind nur ein Sandkorn. Aber viele Sandkörner ergeben die Wüste.“
  • „Wir sind hier in der Ewigkeit und zweifeln den Sinn des Massensterbens an.“
  • „Lasst uns Humanität nicht den Menschen überlassen.“

Genug.

Die Hinwendung des Stückes von – wie man hinterher zu verstehen glaubt – der beinahe unerträglichen Leichtigkeit des Engelseins zur Beinahe-Katastrophe des Endes inklusive weiser, kluger und weitsichtiger Worte ist bemerkenswert. Die Mitteilung aus dem Radio niederschmetternd. Hat der Nihilist (durch Sascha von Gerishem goldrichtig besetzt und mit einer Art morbider Selbstverständlichkeit verkörpert) Recht? Ist alles „egal“? Ist mit dem Anfang der Menschheit alle Hoffnung zu Grabe getragen? – Nur wenige Fragen, wo sich doch nach Besuch des Stückes mindestens tausend aufdrängen.

Selbst die Explosion einer Atombombe ist im Stück integriert, an der richtigen Stelle, angemessen sensationell ohne als Schaueffekt zu verkommen, schlicht beeindruckend und atemberaubend.

Mit Herzblut und Bühnenpräsenz

Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind mit Herzblut dabei, man spürt es in jeder Minute. Hin und wieder kommt eine Stimme etwas dünn daher, aber sind Engel vielleicht fehlerlos? Stephanie Hoffmanns Bühnenpräsenz allein ist den Besuch des Theaterstückes wert.

Christian Wüster hat für sein Stück eine eigene Theatergruppe ins Leben gerufen: WÜSTheatER. Er arbeitet bewusst mit Laiendarstellern. Seine Anweisungen sind geprägt von Verständnis ohne die Notwendigkeiten zu vergessen. Er hat die Rollen vorzüglich besetzt. Er hat sehr viel richtig gemacht.

All das spüren auch die Schülerinnen und Schüler, die das Stück zum ersten Mal sehen. Sie schweigen erschrocken, sie lachen hier und da befreit, man spürt sie denken. Das mag andauern.

Die nächste Aufführung

Passenderweise hat der Nihilist die letzten Worte zu sagen. Und so können wir nur den Besuch von „Renaissance und Anachronismus“ empfehlen. Und wir tun dies mit all dem uns zur Verfügung stehenden Herzblut. Die nächste Aufführung ist für den 15. März 2020 im CVJM-Haus in Lüttringhausen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus angekündigt, präsentiert von der Aktion Muteinander.

Noch was vergessen? Achja, der Nihilist. Seine letzten Worte waren: „Schluss jetzt. Ende!“

Eintrittskarten

Eintrittskarten für die Aufführung am 15. März 2020 um 16 Uhr im CVJM Lüttringhausen (Einlass ab 15.30 Uhr), Gertenbachstraße 38 in 42899 Remscheid-Lüttringhausen gibt es zum Preis von 10 Euro hier:

  • Isa’s Dorf-Shop, Richthofenstraße 22, 42899 Remscheid, www.isas-dorf-shop.de
  • Lüttringhauser Anzeiger, Gertenbachstraße 20, 42899 Remscheid
  • Online auf der Webseite vom WÜSTheatER: www.wuestheater.de

Frontalzusammenstoß im Kreisverkehr

Am Donnerstag, 23. Januar 2020 gegen 12.40 Uhr, fuhr eine 37-jährige Wermelskirchenerin mit ihrem VW in den Kreisverkehr Burger Straße. Während der Fahrt wurde ihr plötzlich schwarz vor Augen und sie verlor offenbar ihr Bewusstsein. Sie geriet mit ihrem Pkw in den Gegenverkehr des Biberweges und kollidierte kurz hinter dem dortigen Fußgängerweg frontal mit einem entgegen kommenden Fiat eines 86-Jährigen aus Remscheid. Der Fahrer des Fiat sowie seine 82-jährige Ehefrau als Beifahrerin erlitten einen Schock und wurden zur ambulanten Behandlung in das örtliche Krankenhaus gebracht.

Die Verursacherin des Unfalls wurde zur weiteren Untersuchung und Behandlung ebenfalls in das Krankenhaus gefahren. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von insgesamt circa 4.000 Euro. Der Remscheider Pkw wurde abgeschleppt. Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die Unfallstelle durch die Polizei gesperrt. (ct)