BZI Remscheid: Tage der offenen Tür im Neubau

Das Berufsbildungszentrum der Industrie in Remscheid veranstaltet am 12. und 13. November die Tage der offenen Tür. Geschäftsführer Alexander Lampe skizziert im Interview mit rs1.tv die Besonderheiten der zweitägigen Veranstaltung und ist sich dabei der Unterstützung durch viele Kooperationspartner sicher. Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, sollte sich die Termine vormerken.

Nach coronabedingter Pause in 2020 freut sich das Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI), in diesem Jahr wieder zu den Tagen der offenen Tür einladen zu können. Am Freitag, 12. November 2021 von 8 bis 17.30 Uhr und am Samstag, 13, November von 11-16 Uhr, öffnet das Bildungszentrum seine Räume in der Wüstenhagener Straße 18 – 26 und präsentiert sein großes Angebot der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Erstmalig in diesem Jahr werden die rund 500 Remscheider Schulabgänger und -abgängerinnen gezielt eingeladen. „Viele Schülerinnen und Schüler hatten in den letzten eineinhalb Jahren kaum Gelegenheit, sich beruflich zu orientieren. Diese Möglichkeit wollen wir ihnen nun bieten. Die jungen Menschen können sich mit unseren Ausbilderinnen und Ausbildern austauschen und ebenso an den Ständen der beteiligten Unternehmen Gesprächspartner und möglicherweise sogar Ausbildungsplätze finden“, erläutert BZI-Geschäftsführer Alexander Lampe.

Der Neubau mit moderner Ausbildungswerkstatt

Insgesamt gibt es an den Tagen der offenen Tür reichlich Gelegenheit, die moderne Welt der Grund- und Fachausbildung auf dem rund 14.000 Quadratmeter großen Bildungscampus ausgiebig zu erkunden. Erstmalig stellt sich dabei auch der BZI-Neubau mit seiner modernen Ausbildungswerkstatt und seinen Fach- und Unterrichtsräumen vor. Damit können die Gäste der Tage der offenen Tür auch die Bereiche Berufsorientierung, Qualifizierung und das vielseitige Angebot der praxisgeprägten Weiterbildung kennenlernen. Weitere interessante Schwerpunkte gibt es unter anderem mit Live-Präsentationen in den BZI-Werkstätten, aktuellen Aus- und Weiterbildungs-Projekten in Zusammenarbeit mit der Bergischen IHK sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei zukunftsweisenden Themen wie Automatisierung / CNC-Technik und 3D-Druck, SPS und Steuerungstechnik und Digitalisierung.

Beim Besuch der Tage der offenen Tür sind die aktuellen Bedingungen der Coronaschutzverordnung und die Einhaltung der 3G-Regeln -geimpft, getestet, genesen- zu beachten.

UPDATE: Vermisstensuche: Erwin B aus Burscheid gefunden

Die Polizei RheinBerg konnte den seit Donnerstag (04.11.)vermissten 81-Jährigen Mann aus Burscheid lokalisieren. Der Senior befindet sich derzeit in ärztlicher Obhut.

Seit Donnerstag (04.11.) wird der 81-Jährige Erwin B. aus Burscheid-Hilgen vermisst. Der schwerbehinderte Mann wurde am Donnerstag gegen 14:36 Uhr letztmalig an seiner Wohnanschrift in der Straße Am Sudfeld gesehen.

Der Vermisste ist zeitlich und örtlich orientiert; aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist es ihm jedoch nicht mehr möglich, zu sprechen oder zu schreiben.

Der Senior fährt oft mit dem Bus (Linie 260) von Burscheid-Hilgen nach Köln und nimmt am Breslauer Platz Essen zu sich. Er ist auf Medikamente angewiesen und trug am Tag seines Verschwindens eine olivgrüne Jacke, eine blaue Jeans, eine schwarze Kappe mit grünem Logo und einen karierten Schal. Der 81-Jährige soll außerdem immer eine schwarze Tasche mit Essen, Trinken und Zigaretten dabei haben.

Die Polizei bittet um Mithilfe: Wer kennt Erwin B. oder kann Angaben zum Aufenthaltsort machen? Hinweise bitte an die Polizei RheinBerg unter der Rufnummer 02202 205-0. (mw)

Baustelle auf der B51: Verkehrsbehinderungen erwartet

Auf der Bundesstraße 51 Borner Straße Ecke Höhenweg gegenüber Elektro Raddy kann es ab Dienstagmorgen (9 Uhr), 9. November, bis spätestens Donnerstag, 11. November, zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Grund ist die notwendige Beseitigung einer Kabelstörung im Telekommunikationsnetz. Der Verkehr wird einspurig an der Engstelle vorbeigeführt. Daher ist insbesondere zu Stoßzeiten mit Rückstaus zu rechnen.

Unfall am Werwolf: Zeugen gesucht

Ein 94-jähriger Fußgänger lief gestern (04.11.2021), gegen 13:45 Uhr, auf der Straße Werwolf Richtung Innenstadt, als ihn in Höhe einer Parkplatzausfahrt ein Kleinwagen anfuhr.

Der Senior stürzte auf den Gehweg und verletzte sich leicht. Der Fahrer und die Beifahrerin kamen dem Mann zu Hilfe und fuhren ihn zu der Wohnanschrift seiner Schwester am Pfaffenberger Weg, wo der Senior aus Unna zu Besuch war. Als der 94-Jährige dort aus dem Wagen stieg und seine beschädigte Brille bei dem Unfallfahrer ansprach, fuhr der Wagen davon, ohne Personalien auszutauschen.

Das Verkehrskommissariat Solingen bittet Zeugen, die Hinweise zu dem Kleinwagen und dessen Fahrer und seiner Beifahrerin geben können, sich telefonisch unter der 0202-284-0 zu melden. (hm)

Verkehrsunfall: Verkehrskommissariat sucht Zeugen

Am Mittwoch (03.11.2021) kam es gegen 15:40 Uhr in Solingen auf der Kreuzung Goerdeler Straße/Konrad-Adenauer-Straße/ Mummstraße /Schwesternstraße zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Auto und einem LKW.

Beide Fahrzeuge befanden sich auf der Konrad-Adenauer-Straße und fuhren in Richtung Goerdeler Straße. Im Kreuzungsbereich kam es nach einem Fahrspurwechsel zum Zusammenstoß zwischen dem LKW und dem Opel einer 30-Jährigen. Die Solingerin und der 53-jährige LKW-Fahrer verletzten sich bei dem Unfall nicht. Es entstand circa 3000 Euro Sachschaden.

Da dem Verkehrskommissariat unterschiedliche Schilderungen zum Unfallhergang vorliegen, bittet die Fachdienststelle Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich telefonisch unter der 0202-284-0 zu melden. (hm)

Dänisch Online-Workshop A1 – Teilnehmende ohne Vorkenntnisse

Presseinformation der Stadt Remscheid: Aktuelle Veranstaltungstipps der VHS Remscheid

Dänemark ist als Nachbarland Deutschlands nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch aus beruflicher Sicht für viele von Interesse. An einem Wochenende verschafft dieser Onlinekurs Ihnen einen Einblick in die Grundzüge der dänischen Sprache. Sie lernen beispielsweise sich auf Dänisch vorzustellen und eine Bestellung im Café oder Restaurant aufzugeben. Außerdem werden wir uns mit Aspekten der dänischen Kultur sowie der Geografie Dänemarks beschäftigen.

Eine Fortsetzung des Kurses ist geplant.

Bitte beachten Sie

Der Kurs findet über Zoom statt. Eine vorherige Registrierung oder ein Download von Zoom sind nicht notwendig. Nach Anmeldung erhalten Sie den Zugangslink von uns per E-Mail.

Voraussetzungen: Sie benötigen eine gültige Mailadresse, eine stabile Internetverbindung sowie funktionierende Kamera und Mikrofon an Ihrem Endgerät (Laptop, PC, Tablet oder Smartphone).

Kursleitung: Katharina Asmussen

Termin: 2 x Sa/So, Beginn: Samstag, 20.11.2021 von 10:00 bis 13:30 Uhr

Ende: Sonntag, 21.11.2021 von 10:00 bis 13:30 Uhr

Ort: Webinar

Entgelt: 40,00 EUR

Drahtseil über Radweg gespannt

Ein 82-jähriger Gummersbacher hat vergangene Woche auf dem Alleenradweg in Bergneustadt vermutlich Schlimmeres verhindert.

Als Teilnehmer einer Nordicwalking-Gruppe war er zu Fuß auf dem Alleenradweg zwischen Bergneustadt und Wegeringhausen unterwegs. In Höhe des Industriegebietes Wiedenest (Schlöten) bemerkte er ein quer über den Radweg gespanntes Drahtseil. Das etwa 2 mm dicke Drahtseil war auf der einen Seite in etwa 2,50 Meter Höhe an einem Baum befestigt und dann nach unten quer über den Radweg gespannt. Das Seil befand sich in Rumpf- bzw. Kopfhöhe für Radfahrer. Der aufmerksame Senior entfernte sofort das Seil. Zum Glück für eine Radfahrerin, die kurz danach mit hoher Geschwindigkeit die Gefahrenstelle passierte.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Tatzeit war Dienstag (26. Oktober) um 9:45 Uhr.

Hinweise

Hinweise nimmt das Verkehrskommissariat Gummersbach unter der Telefonnummer 02261 81990 entgegen.

Vandalismus: Mehrere Autos zerkratzt

Vergangene Woche, im Zeitraum zwischen 17 Uhr am Samstag und 10 Uhr am Sonntagmorgen (31. Oktober) haben Unbekannte in Hückeswagen mehrere Autos zerkratzt.

Eine Anwohnerin der Goethestraße hatte ihren schwarzen Hyundai am Fahrbahnrand geparkt und am Sonntagmorgen festgestellt, dass ihre Motorhaube von Unbekannten zerkratzt wurde. Nur wenige Meter weiter, ebenfalls in der Goethestraße, musste eine 38-jährige Anwohnerin feststellen, dass ihr blauer Kangoo zerkratzt wurde. Sie hatte ihr Auto am Montag gegen 14 Uhr auf einem Parkplatz vor einem Wohnhaus abgestellt. Am nächsten Morgen (2. November) um 7:40 Uhr bemerkte sie mehrere Kratzer an der rechten Fahrzeugseite. Auch im Kastanienweg haben Unbekannte einen Opel Astra zerkratzt. Hier liegt der Tatzeitraum zwischen Sonntag 17 Uhr und Dienstag (2. November) 11 Uhr.

Unbekannte Vandalierende haben in Hückeswagen mehrere Autos zerkratzt. Foto: Polizei Oberberg
Unbekannte Vandalierende haben in Hückeswagen mehrere Autos zerkratzt. Foto: Polizei Oberberg

Hinweise

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Wipperfürth unter der Telefonnummer 02261 81990 entgegen.

Cannabis-Plantage bei Kellerbrand entdeckt

Gestern Morgen (03.11.2021), gegen 06:15 Uhr, kam es in Wuppertal-Elberfeld zu einem Kellerbrand. In dem Zusammenhang konnte eine Cannabis-Plantage entdeckt werden.

Bei den Löscharbeiten von brennendem Sperrmüll in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Arminiusstraße stellten die Einsatzkräfte in einem angrenzenden Raum eine Vielzahl von Cannabispflanzen und die dafür notwendige Technik fest. Nach Abschluss der Löscharbeiten begannen die Ermittler des zuständigen Kommissariats mit der Sicherstellung. Dabei konnte ein weiterer Raum mit einer ebenfalls großen Anzahl von Pflanzen und Technik gefunden werden.

Die Cannabis-Pflanzen waren noch in einem Wachsstadium. Foto: Polizei Wuppertal
Die Cannabis-Pflanzen waren noch in einem Wachsstadium. Foto: Polizei Wuppertal

Insgesamt konnten rund 1200 Pflanzen, die sich in einem frühen Wachstumsstadium befanden, sichergestellt werden. Die Ermittlungen zur Brandursache und zu dem Betreiber der Plantage dauern an. (sw)

Naturerlebnis-Tipp: Schmetterlinge im Winter

Wer im November und Dezember in der Dämmerung oder nachts im Wald unterwegs ist, der trifft dort oft auf Schmetterlinge. Es handelt sich um Schmetterlingsarten, die im Spätherbst und im frühen Winter durch die Wälder, aber auch in Gärten und Parkanlagen fliegen: Die Frostspanner. Sie sind erst mit der herbstlichen Kühle aus der Puppe geschlüpft und schwärmen jetzt auf der Suche nach einem Weibchen.

Wie Jörg Liesendahl, Biologe an der Natur-Schule Grund, erklärt, fliegen nur die Frostspanner-Männchen: „Besonders häufig sehen wir im Bergischen Land den Kleinen Frostspanner, der allerdings nur mikroskopisch sicher vom Buchen-Frostspanner getrennt werden kann.“ Daneben lassen sich auch der Große Frostspanner und der Orangegelbe Breitflügelspanner / Frostspanner sehen, die sowohl an Größe als auch in der Färbung gut abgrenzbar sind. Die Männchen fliegen in Siedlungsgebieten relativ häufig künstliche Lichtquellen an und sind dann z.B. auch an Hausfassaden zu sehen.

Die Natur hilft sich recht gut selbst, wenn sie nicht zu stark von Menschen gestört wurde

Großer Frostspanner an Baumrinde. Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund
Großer Frostspanner an Baumrinde. Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

Die Weibchen sind nicht flugfähig und müssen ihre Eierfracht zu Fuß an die Knospen der Gehölze bringen, die nach deren Blattwerdung im Frühjahr als Nahrung für die Raupen dienen sollen. Damit die Männchen die Weibchen auch finden, geben diese Geruchsstoffe, sog. Pheromone, als Lockmittel in die Luft ab.

Als Raupenfutterpflanzen werden z.B. Eichen, Buchen, Birken und Hainbuchen aufgesucht. Frostspanner-Raupen können im Frühjahr aber auch an Obstbäumen und an vielen anderen Laubgehölzen angetroffen werden. In guten Falterjahren (aus Sicht der Frostspanner) sind die Raupen so zahlreich, dass sie sehr stark die ersten Blätter der neuen Generation fressen. Das sind die Jahre, in denen die Bäume und Gehölze im Juni den Johannistrieb nutzen müssen, um dann wieder beblättert ihren Photosynthese-Aufgaben nachkommen zu können.

Und es sind dann diese Jahre, in denen Vögel und andere natürliche Feinde der Frostspanner-Raupen einen reich gedeckten Tisch vorfinden und sich gut vermehren können. Die Natur hilft sich dann recht gut selbst, wenn sie nicht zu stark von Menschen gestört wurde.

Jörg Liesendahl: „In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß bei der Schmetterlings-Beobachtung im Winter.“

Weitere Naturerlebnis-Tipps der Natur-Schule Grund gibt es auf www.natur-schule-grund.de oder über die Facebook-Seite der Natur-Schule unter www.facebook.com/Umweltbildungsstation.remscheid/

KuK: Grown So Ugly live im Löf

Am 6. November spielt um 20 Uhr die bergische Band „Grown So Ugly“ im Löf Eventlokal Alternative Rock. Grown So Ugly sind Pepsi, Lucas, Stefan, Oliver und Sascha.

Location

Löf Eventlokal, Theodor-Körner-Straße 6, 42853 Remscheid

Einlass ab 19 Uhr. Es gilt die 3G-Regel, der Test darf bei Einlass nicht älter als sechs Stunden sein. Der Eintritt ist frei, die Band lässt den Hut kreisen.

Obdachlose mit Flasche beworfen

Gestern in den frühen Morgenstunden (03.11.2021, 02:00 Uhr), bewarfen Unbekannte zwei Obdachlose mit einer Flasche. Die Männer übernachteten unter dem Vordach eines leerstehenden Gebäudes an der Bundesallee in Wuppertal-Elberfeld. Der oder die Täter näherten sich mit einem dunklen Auto, aus dem gezielt mit einer gefüllten Bierflasche auf die Beiden geworfen wurde. Durch die herumfliegenden Splitter erlitt einer der beiden Wohnungslosen eine leichte Verletzung, die er selbständig versorgte.

Zeug*innen gesucht und Hinweise erbeten

Die Polizei bittet Zeug*innen und Hinweisgebende, die sich zu diesem Sachverhalt äußern können, sich unter der Telefonnummer 0202/284-0 zu melden.

Unbekannte fackeln geparkten Dodge am Henkelshof ab

In der vergangenen Nacht (03.11.2021) kam es zu einem Pkw-Brand auf der Straße Henkelshof in Remscheid.

Gegen 03:35 Uhr meldete ein Anwohner (36) den brennenden Pkw der Marke Dodge, der sich geparkt am Fahrbahnrand befand. Es gelang dem 36-jährigen den Brand selbstständig mittels Feuerlöscher zu löschen.

Erste Ermittlungen vor Ort deuten auf eine vorsätzliche Brandstiftung im Bereich des vorderen rechten Reifens hin.

Etwa eine Stunde vor der Brandentdeckung wurde der Polizei eine lautstarke Personengruppe in der Nähe des späteren Tatortes gemeldet. Ob diese mit dem Brand in Verbindung steht, ist Gegenstand der Ermittlungen.

In diesem Zusammenhang suchen die Brandermittler der Polizei nach Zeugen. Diese können ihre Beobachtungen unter der Rufnummer 0202/284-0 an die Polizei weiterleiten. (weit)

Die Lüttringhauser Gespräche haben begonnen

Dr. Ulrike Schrader sprach über jüdische Gemeinden im Bergischen.

Am Dienstagabend, dem 2. November, fand im Saal des evangelischen Gemeindehauses am Ludwig-Steil-Platz das erste von drei geplanten Lüttringhauser Gesprächen statt. Es ist die 22. Ausgabe der beliebten Kulturreihe, die im vergangenen Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte. In diesem Jahr ist das 1700-jährige jüdische Leben in Deutschland das Thema. Vor 40 Interessierten gab Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der Wuppertaler Begegnungsstätte Alte Synagoge Einblick in die jüdischen Gemeinden im Bergischen Städtedreieck.

Bekannt sei, so Dr. Schrader, dass der erste jüdische Friedhof auf deutschem Boden im Jahre 1000 in Worms errichtet wurde. Im Bergischen ist der erste jüdische Friedhof im Jahre 1810 in Wuppertal dokumentiert. Überhaupt entwickelte sich das jüdische Leben im Bergischen eher zögerlich. „Das Bergische Land war für jüdische Familien unattraktiv“, berichtete Ulrike Schrader. „Zuviel Natur, zuviel Grün. Viele jüdische Familien sind hier nur kurz geblieben oder direkt durchgezogen.“ Auf der anderen Seite schreckte die Remscheider Schwerindustrie auch jüdische Familien ab, weshalb in der Röntgenstadt sehr wenige Juden gelebt haben. Etwas anders sah es nur in Ronsdorf aus, wo sich die Bandwirkerindustrie stark präsentierte.

Die Schwerindustrie schreckte ab

Dr. Ulrike Schrader bei ihrem Vortrag in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs
Dr. Ulrike Schrader bei ihrem Vortrag in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs

Dr. Schrader ging ausführlich auf den kleinen Friedhof der Familie Löwenthal ein, der in Lüttringhausen an der Schmittenbuscher Straße zu finden ist und dessen Grabstein langsam verwittert. Die Namen der dort Bestatteten sind nur noch sehr schwer zu entziffern. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts haben dort auch keine Beerdigungen mehr stattgefunden. Nach jüdischer Tradition darf eine Grabstätte nur einmal benutzt werden, und alle Beerdigungsplätze auf dem kleinen Friedhof waren bereits belegt.

Die Referentin legte Wert auf die Tatsache, dass das Leben zwischen Juden und Christen im Bergischen sehr lange Zeit von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war, die erst von den Nazis im Jahr 1938 rüde beendet wurde. Ab diesem Zeitpunkt galten Juden in Deutschland als unerwünscht, ab 1941 wurden sie systematisch ermordet, vor genau 80 Jahren. „Zweidrittel der deutschen Juden sind ausgewandert“, erklärt Dr. Schrader. „Ein Drittel ist umgebracht worden.“ Und um mit einem Mythos aufzuräumen, fügte die Referentin an, dass dies einer gewissen Eigendynamik der mordenden Nazis zu schulden war. „Jedenfalls gab es den ominösen Führerbefehl zur Vernichtung der Juden nicht.“

Nazis ermordeten ein Drittel der Juden in Deutschland

Wandprojektion eines alten Briefes vom 29. Dezember 1937. Foto: Peter Klohs
Wandprojektion eines alten Briefes vom 29. Dezember 1937. Foto: Peter Klohs

Im weiteren Verlauf des einstündigen Vortrages berichtete die Literaturwissenschaftlerin viel Wissenswertes über das jüdische Leben im Bergischen:

  • Die jüdische Familie Löwenthal lebte in Ronsdorf und hat das dortige Schwimmbad finanziert.
  • Samuel Stellberger, zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Velbert-Langenberg geboren, errichtete dort die erste Synagoge im Bergischen, damals noch ohne Rabbiner.
  • Die Familie Tietz aus Birnbaum an der Warthe baute in Barmen einen riesigen Einkaufspalast und revolutionierte das Einkaufsverhalten der Menschen. Die Familie war zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Barmen hoch angesehen.
  • Der aus dem Frankfurter Raum stammende Gustav Coppel wurde Geheimrat und später Ehrenbürger von Solingen.
  • Der in Wuppertal lebende Gustav Brück, Gründer der jüdischen Gemeinde in Barmen, überlebte das Dritte Reich nur, weil er mit einer Christin verheiratet war.

Allerdings war Antisemitismus um 1900 herum beinahe alltäglich. Es gab noch keine regelnden Institutionen. Frau Dr. Schrader zeigte in ihrem reichhaltigen und zum Teil extrem selten zu sehenden Bildmaterial eine antisemitische Postkarte aus Borkum, die belegt, dass Juden in Kurorten nicht gerne gesehen waren.

Im zweiten Lüttringhauser Gespräch am 9. November (19:30 Uhr), wird Peter Liebermann, ehemaliger Oberarzt der Stiftung Tannenhof, seine eigenen Erfahrungen zum Thema „Jüdisch sein in Deutschland“ schildern. Der 9. November ist für Deutschland ein geschichsträchtiger Tag. Er markiert den Beginn der ersten deutschen Republik sowie den Fall der Berliner Mauer. Außerdem hat sich dieser Tag als Beginn des Progroms gegen die jüdische Bevölkerung (Reichsprogromnacht) in die Gedächtnisse der Menschen eingegraben.