Ein jüdisches Leben in Deutschland

Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen.

Die diesjährigen Lüttringhauser Gespräche sind – zumindest gilt das für die ersten beiden Abende – gut besucht. Auch am 9. November wollten mehr als 40 Besucher im Saal der evangelischen Gemeinde Lüttringhausen den Ausführungen des Referenten lauschen. Peter Liebermann war zu Gast, Mediziner, Psychiater und Psychotherapeut aus Leverkusen, der zum Thema „Jüdisch sein in Deutschland“ tiefe Einblicke in seine Familie gewährte. Für einige Jahre war Liebermann Oberarzt an der evangelischen Stiftung Tannenhof.

„Ich bin unsicher“, gestand Liebermann zu Anfang seines siebzigminütigen Monologs, „weil ich nicht weiß, was Sie erwarten.“ Aber der Referent ist Profi genug, wie sich im Laufe des Abends erweisen sollte.

„Ich war auf dem Gymnasium der einzige Jude“.

Peter Liebermann

Liebermanns Bericht beginnt bei seinen Großeltern, die in Kattowitz lebten und die nicht sehr religiös waren. Auch sein Vater habe in Polen gelebt, zumindest bis 1933, „als es dort als Jude schwieriger wurde“. Liebermanns Vater hat die Deportation überlebt, weil er zu dieser Zeit im Krankenhaus lag. Einige Antisemiten hatten ihn böse verprügelt. Ab dem September 1939 ließ er sich in Großbritannien nieder, wo er als „feindlicher Ausländer“ auch kein leichtes Leben hatte. Die britische Regierung stellte ihn vor die Wahl: Inhaftiert zu werden oder in der britischen Armee zu kämpfen. Er entschied sich für das Letztere. Das führte dazu, dass der Vater Peter Liebermanns zeit seines Lebens ein sehr vorsichtiger Mann geblieben ist. „Er hat mich auch noch mit 80 Jahren beim Überqueren der Straße an die Hand genommen“, berichtet der Mediziner. „Er wollte spüren, dass ich noch da bin.“

Die Shoah wurde in seiner Familie unterschiedlich verarbeitet. Seine Mutter hat darüber geredet, sein Vater nicht.

„Es ist nicht wichtig, ob ich ein Jude bin oder nicht. Wir müssen lernen, uns als Menschen zu begegnen.“

Peter Liebermann

Liebermanns Schilderungen gehen über seine Schulzeit („Ich war auf dem Gymnasium der einzige Jude“.), über nationalsozialistisch geprägte Lehrkräfte auch noch im Jahr 1961, als Peter Liebermann eingeschult wurde, über sein Leben in Köln-Rath, seine Ausbildung als Krankenpfleger, sein Studium und erste antisemitische Schmierereien an der Uni hin zu der Frage, ob man ihn als Juden erkennen könne. „Zerrbilder über Juden sind extrem bedeutsam“, erklärt er. „Juden haben krumme Nasen, zum Beispiel, obwohl ich viele stupsnasige Jüdinnen kenne. Ich trage keine Kippa und keinen sichtbaren Davidsstern. Ich falle nicht auf. Es ist schwierig geworden, sich in Deutschland als Jude zu erkennen zu ergeben. Und wenn man weiß, dass ungefähr ein Viertel der Deutschen antisemitische Einstellungen teilen, dann bekommt das nochmal ein anderes Gesicht.“

"Es war völlig klar, dass ich anders bin", sagt Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen, "mein Freundeskreis war sehr reduziert." Foto: Peter Klohs
„Es war völlig klar, dass ich anders bin“, sagt Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen, „mein Freundeskreis war sehr reduziert.“ Foto: Peter Klohs

Die aktuelle Lage der „Zweiten und dritten Generation von Juden nach der Shoah in Deutschland“ sieht er klar und deutlich. „Die zweite Generation nach der Shoah hat Probleme mit Emotionen“, hat der Psychotherapeut erkannt. „Auf der anderen Seite wollen Menschen, die eindeutig Täter waren, zu mir in die Therapie kommen. Sie versprechen sich wohl davon eine Art Vergebung, die ich nicht erbringen kann.“ 

„Wenn man weiß, dass ungefähr ein Viertel der Deutschen antisemitische Einstellungen teilen, dann bekommt das nochmal ein anderes Gesicht.“

Peter Liebermann

Liebermann ist im Wissen des „Anderssein“ aufgewachsen. „Es war völlig klar, dass ich anders bin“, sagt er heute. „Mein Freundeskreis war sehr reduziert.“ Humorvoll geht er auf die vielen freien Tage ein, die er besonders als Schüler genoss. „Da waren Ostern und Pfingsten und all die christlichen Feiertage. Und dann kamen Jom Kippur oder Chanukka hinzu.“ Liebermann versteht sich und sein Leben als einen winzigen Mikrokosmos in der großen und vielgestaltigen jüdischen Welt. „Es ist nicht wichtig, ob ich ein Jude bin oder nicht. Wir müssen lernen, uns als Menschen zu begegnen. Und trotz allem, was hier geschehen ist“, schließt er, „fühle ich mich in Deutschland sicher.“

Günter Urspruch wird am Dienstag, 16. November, mit Antworten auf die Frage „Und wie war das em Dorp?“ das jüdische Leben in Ronsdorf und Lüttringhausen beleuchten. Der langjährige ehemalige Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen hat sich einen Namen als profunder Kenner der Lokalgeschichte zwischen Ronsdorf und Lennep gemacht.

Naturerlebnis-Tipp: Schmetterlinge im Winter

Wer im November und Dezember in der Dämmerung oder nachts im Wald unterwegs ist, der trifft dort oft auf Schmetterlinge. Es handelt sich um Schmetterlingsarten, die im Spätherbst und im frühen Winter durch die Wälder, aber auch in Gärten und Parkanlagen fliegen: Die Frostspanner. Sie sind erst mit der herbstlichen Kühle aus der Puppe geschlüpft und schwärmen jetzt auf der Suche nach einem Weibchen.

Wie Jörg Liesendahl, Biologe an der Natur-Schule Grund, erklärt, fliegen nur die Frostspanner-Männchen: „Besonders häufig sehen wir im Bergischen Land den Kleinen Frostspanner, der allerdings nur mikroskopisch sicher vom Buchen-Frostspanner getrennt werden kann.“ Daneben lassen sich auch der Große Frostspanner und der Orangegelbe Breitflügelspanner / Frostspanner sehen, die sowohl an Größe als auch in der Färbung gut abgrenzbar sind. Die Männchen fliegen in Siedlungsgebieten relativ häufig künstliche Lichtquellen an und sind dann z.B. auch an Hausfassaden zu sehen.

Die Natur hilft sich recht gut selbst, wenn sie nicht zu stark von Menschen gestört wurde

Großer Frostspanner an Baumrinde. Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund
Großer Frostspanner an Baumrinde. Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

Die Weibchen sind nicht flugfähig und müssen ihre Eierfracht zu Fuß an die Knospen der Gehölze bringen, die nach deren Blattwerdung im Frühjahr als Nahrung für die Raupen dienen sollen. Damit die Männchen die Weibchen auch finden, geben diese Geruchsstoffe, sog. Pheromone, als Lockmittel in die Luft ab.

Als Raupenfutterpflanzen werden z.B. Eichen, Buchen, Birken und Hainbuchen aufgesucht. Frostspanner-Raupen können im Frühjahr aber auch an Obstbäumen und an vielen anderen Laubgehölzen angetroffen werden. In guten Falterjahren (aus Sicht der Frostspanner) sind die Raupen so zahlreich, dass sie sehr stark die ersten Blätter der neuen Generation fressen. Das sind die Jahre, in denen die Bäume und Gehölze im Juni den Johannistrieb nutzen müssen, um dann wieder beblättert ihren Photosynthese-Aufgaben nachkommen zu können.

Und es sind dann diese Jahre, in denen Vögel und andere natürliche Feinde der Frostspanner-Raupen einen reich gedeckten Tisch vorfinden und sich gut vermehren können. Die Natur hilft sich dann recht gut selbst, wenn sie nicht zu stark von Menschen gestört wurde.

Jörg Liesendahl: „In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß bei der Schmetterlings-Beobachtung im Winter.“

Weitere Naturerlebnis-Tipps der Natur-Schule Grund gibt es auf www.natur-schule-grund.de oder über die Facebook-Seite der Natur-Schule unter www.facebook.com/Umweltbildungsstation.remscheid/

Die Lüttringhauser Gespräche haben begonnen

Dr. Ulrike Schrader sprach über jüdische Gemeinden im Bergischen.

Am Dienstagabend, dem 2. November, fand im Saal des evangelischen Gemeindehauses am Ludwig-Steil-Platz das erste von drei geplanten Lüttringhauser Gesprächen statt. Es ist die 22. Ausgabe der beliebten Kulturreihe, die im vergangenen Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte. In diesem Jahr ist das 1700-jährige jüdische Leben in Deutschland das Thema. Vor 40 Interessierten gab Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der Wuppertaler Begegnungsstätte Alte Synagoge Einblick in die jüdischen Gemeinden im Bergischen Städtedreieck.

Bekannt sei, so Dr. Schrader, dass der erste jüdische Friedhof auf deutschem Boden im Jahre 1000 in Worms errichtet wurde. Im Bergischen ist der erste jüdische Friedhof im Jahre 1810 in Wuppertal dokumentiert. Überhaupt entwickelte sich das jüdische Leben im Bergischen eher zögerlich. „Das Bergische Land war für jüdische Familien unattraktiv“, berichtete Ulrike Schrader. „Zuviel Natur, zuviel Grün. Viele jüdische Familien sind hier nur kurz geblieben oder direkt durchgezogen.“ Auf der anderen Seite schreckte die Remscheider Schwerindustrie auch jüdische Familien ab, weshalb in der Röntgenstadt sehr wenige Juden gelebt haben. Etwas anders sah es nur in Ronsdorf aus, wo sich die Bandwirkerindustrie stark präsentierte.

Die Schwerindustrie schreckte ab

Dr. Ulrike Schrader bei ihrem Vortrag in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs
Dr. Ulrike Schrader bei ihrem Vortrag in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs

Dr. Schrader ging ausführlich auf den kleinen Friedhof der Familie Löwenthal ein, der in Lüttringhausen an der Schmittenbuscher Straße zu finden ist und dessen Grabstein langsam verwittert. Die Namen der dort Bestatteten sind nur noch sehr schwer zu entziffern. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts haben dort auch keine Beerdigungen mehr stattgefunden. Nach jüdischer Tradition darf eine Grabstätte nur einmal benutzt werden, und alle Beerdigungsplätze auf dem kleinen Friedhof waren bereits belegt.

Die Referentin legte Wert auf die Tatsache, dass das Leben zwischen Juden und Christen im Bergischen sehr lange Zeit von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war, die erst von den Nazis im Jahr 1938 rüde beendet wurde. Ab diesem Zeitpunkt galten Juden in Deutschland als unerwünscht, ab 1941 wurden sie systematisch ermordet, vor genau 80 Jahren. „Zweidrittel der deutschen Juden sind ausgewandert“, erklärt Dr. Schrader. „Ein Drittel ist umgebracht worden.“ Und um mit einem Mythos aufzuräumen, fügte die Referentin an, dass dies einer gewissen Eigendynamik der mordenden Nazis zu schulden war. „Jedenfalls gab es den ominösen Führerbefehl zur Vernichtung der Juden nicht.“

Nazis ermordeten ein Drittel der Juden in Deutschland

Wandprojektion eines alten Briefes vom 29. Dezember 1937. Foto: Peter Klohs
Wandprojektion eines alten Briefes vom 29. Dezember 1937. Foto: Peter Klohs

Im weiteren Verlauf des einstündigen Vortrages berichtete die Literaturwissenschaftlerin viel Wissenswertes über das jüdische Leben im Bergischen:

  • Die jüdische Familie Löwenthal lebte in Ronsdorf und hat das dortige Schwimmbad finanziert.
  • Samuel Stellberger, zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Velbert-Langenberg geboren, errichtete dort die erste Synagoge im Bergischen, damals noch ohne Rabbiner.
  • Die Familie Tietz aus Birnbaum an der Warthe baute in Barmen einen riesigen Einkaufspalast und revolutionierte das Einkaufsverhalten der Menschen. Die Familie war zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Barmen hoch angesehen.
  • Der aus dem Frankfurter Raum stammende Gustav Coppel wurde Geheimrat und später Ehrenbürger von Solingen.
  • Der in Wuppertal lebende Gustav Brück, Gründer der jüdischen Gemeinde in Barmen, überlebte das Dritte Reich nur, weil er mit einer Christin verheiratet war.

Allerdings war Antisemitismus um 1900 herum beinahe alltäglich. Es gab noch keine regelnden Institutionen. Frau Dr. Schrader zeigte in ihrem reichhaltigen und zum Teil extrem selten zu sehenden Bildmaterial eine antisemitische Postkarte aus Borkum, die belegt, dass Juden in Kurorten nicht gerne gesehen waren.

Im zweiten Lüttringhauser Gespräch am 9. November (19:30 Uhr), wird Peter Liebermann, ehemaliger Oberarzt der Stiftung Tannenhof, seine eigenen Erfahrungen zum Thema „Jüdisch sein in Deutschland“ schildern. Der 9. November ist für Deutschland ein geschichsträchtiger Tag. Er markiert den Beginn der ersten deutschen Republik sowie den Fall der Berliner Mauer. Außerdem hat sich dieser Tag als Beginn des Progroms gegen die jüdische Bevölkerung (Reichsprogromnacht) in die Gedächtnisse der Menschen eingegraben.

Keine XMAS-Party em Dorp

Auch in diesem Jahr kein Weihnachtsmarkt und keine XMAS-Party in Lüttringhausen.

Der Heimatbund Lüttringhausen hat bereits im Sommer den Lüttringhauser Weihnachtsmarkt abgesagt, da die Coronasituation zum 1. Advent nicht vorhersehbar war. Da die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen und auch die potentiellen Standbetreibenden genügend Vorlaufzeit benötigen, um Waren für den ideellen Weihnachtsmarkt zu produzieren, war die Absage die richtige Entscheidung.

Die beliebte XMAS-Party, die zwei Mal am Abend vor dem 1. Advent stattgefunden hat, wird ohne den Weihnachtsmarkt ebenfalls nicht stattfinden. Die Absage des Weihnachtsmarktes beinhaltete auch die Absage der anderen Heimatbund-Veranstaltungen am ersten Adventswochenende.

Wenn die Impfkampagne weiter erfolgreich bleibt und die Zahl der Ungeimpften weiter abnimmt, stehen dem Weihnachtsmarkt und der XMAS-Party 2022 nichts entgegen.

Testsieger „Faires Pfund Bio Kaffee“

Bestnote Sehr gut bei Kaffeeanbau u. Transparenz, über die Hälfte der Kaffees fiel durch.

„Das beste Produkt im Test“: In der aktuellen November-Ausgabe der Zeitschrift ÖKO-TEST hat der Bio-Kaffee „Faires Pfund“ von Fair Trade-Pionier GEPA mit der Bestnote „gut“ als Testsieger abgeschnitten. Insgesamt fielen 14 von 20 untersuchten gemahlenen Kaffees durch. Auch in der Einzelkategorie „Kaffeeanbau/Transparenz“ konnte der GEPA-Kaffee als einziger mit der Bestnote „sehr gut“ überzeugen, wie auch ÖKO-TEST positiv hervorhebt. Hier gingen die sechs Bio-Anbieter im Gegensatz zu konventionellen Anbietern mit gutem Beispiel voran. Am schlechtesten im Testergebnis „Kaffeeanbau/Transparenz“ schnitten Kaffees namhafter Marken ab. Laut ÖKO-TEST zählt der „Faires Pfund Bio Kaffee“ auch in Sachen Inhaltsstoffe zu den Besten im Test. (Kategorien „Inhaltsstoffe“ und „Sensorik“ jeweils die Einzelnote „gut“), viele Kaffees landeten dagegen im Mittelfeld oder sogar bei Note „ausreichend“ und „mangelhaft“. Abwertungen gab es bei allen Kaffees für den Nachweis von Furan, das beim Rösten entsteht.

ÖKO-TEST: Transparenz Voraussetzung für Menschenrechte und Umweltschutz

Verantwortung bei Menschenrechten und Umweltschutz geht für ÖKO-TEST mit Transparenz einher. Deshalb mussten die 20 Kaffee-Anbieter einen umfangreichen Fragebogen zu allgemeiner sozialer und ökologischer Unternehmensverantwortung, menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten, Risikomanagement sowie Rückverfolgbarkeit ihrer Lieferkette ausfüllen. Diese Themen stehen für die GEPA und ihre Handelspartner an erster Stelle. Daher konnte der Vorreiter im Fairen Handel seine Aussagen durch Fairtrade- und Bio-Zertifikate, Lieferdokumente und Verweise auf www.gepa.de lückenlos belegen sowie seine Fair plus- Punkte bei der Zusammenarbeit mit Handelspartnern darstellen.

Klimawandel hat die ökonomische Lage von Kleinbäuer*innen weiter verschlechtert

Im Hintergrundartikel „Kaffee ist alle“ geht ÖKO-TEST auf die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels für Kaffee ein: Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, Schädlinge und Krankheiten wie der Kaffeerost nehmen zu. Im Artikel wird auch GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia, befragt. Er sieht die Schuld bei der Verbreitung von Kaffeerost vor allem bei den niedrigen Kaffeepreisen: „Wenn die Kosten des Kaffeeanbaus die Einnahmen aus dem Verkauf übersteigen, werden die Kaffeepflanzen nicht mehr gepflegt, mit Düngemitteln nicht versorgt, das Unkraut nicht entfernt, die Insekten nicht bekämpft.“ Der Klimawandel verschärft das Phänomen. Kleber Cruz Garcia: „Bei steigender Temperatur und höherer Feuchtigkeit hat der Kaffeerost schwache und alte Kaffeepflanzen gefunden, die zu einer schnellen Verbreitung des Pilzes beigetragen haben.“ Sein Fazit: „Der Klimawandel hat die schlechte ökonomische Situation der kleinen Bauern verstärkt“. Aufgrund seiner langjährigen Verbindung mit den Kaffeeproduzent*innen ist er davon überzeugt, dass es keinen Klimaschutz ohne faire Preise gibt. Kaffee ist hier ein repräsentatives Beispiel unter vielen. Deshalb hat die GEPA unter dem Motto #ClimateJusticeNow in diesem Jahr einen mehrjährigen Schwerpunkt für mehr Klimagerechtigkeit gestartet. Alle Infos dazu unter www.gepa.de/Klimagerechtigkeit.

Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit über 45 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis mit TOP3 in der Kategorie „Unternehmenspartnerschaften 2020“ für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Teepartner Tea Promoters India und mit dem „CSR-Preis der Bundesregierung 2020“ in der Kategorie „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“. Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland hat sich die GEPA nach dem Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de.

ÖPNV: Fahrplanhinweis für Halloween

Von Sonntag, 31. Oktober auf Montag, 1. November 2021 fahren die Busse der Stadtwerke Remscheid nach dem normalen Nachtexpress-Angebot und nicht wie gewohnt den verlängerten NE-Verkehr vor Feiertagen.

Nach Sprengungen: Sparkasse nimmt Geldautomaten vom Netz

Die Stadtsparkasse Remscheid nimmt drei ihrer Geldautomaten vom Netz und reagiert damit auf die Automatensprengungen.

Aufgrund der jüngsten Angriffe auf Geldautomaten nimmt die Stadtsparkasse Remscheid ab sofort und bis auf Weiteres die Geldautomaten in Bergisch Born, am Hohenhagen und in der Oststraße (Vömix) vom Netz. „Die Automaten liegen in Gebieten mit angrenzender Wohnbebauung.

Die Tatausführungen werden immer gefährlicher und führen zu massiven Sachschäden – auch mögliche Personenschäden werden von den Tätern in Kauf genommen. Diese Risiken können wir nicht mehr verantworten“, erklärt Thomas Wingenbach von der Stadtsparkasse Remscheid. Die betroffenen Automaten werden mit einem entsprechenden Hinweis auf den nächstgelegenen Standort versehen.

Als weitere Maßnahme werden die SB-Bereiche aller Geschäftsstellen zuzüglich des Automatenstandorts am Markt in der Zeit von 22 bis 6 Uhr geschlossen. „Mit Blick auf die Sprengungen am Hackenberg und auf dem Schützenplatz in Lüttringhausen haben wir kurzfristig keine andere Wahl und werben für Verständnis bei unseren Kundinnen und Kunden. Der Schutz der Gebäude, insbesondere aber die Sicherheit von Menschen haben für uns oberste Priorität“, so Wingenbach.

Wann diese Sofortmaßnahmen zurückgenommen werden können und die Automaten wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen, wird laufend geprüft, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. „Wir prüfen zur Zeit, welche weiteren Sicherheitsvorkehrungen wir treffen können, um die Geldautomaten wieder in Betrieb nehmen zu können. Dies verlangt vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse eine gründliche Überlegung unter Hinzuziehung von Sicherheitsexpertinnen und –experten. Diese Zeit wollen und müssen wir uns geben“, erklärt der Pressereferent. Selbstverständlich werde die Stadtsparkasse auch in Zukunft die Bargeldversorgung ihrer Kundinnen und Kunden in Remscheid sicherstellen.

Auch weiterhin steht allen Kundinnen und Kunden der Bargeldbringservice als komfortable Alternative zur Verfügung. Bestellungen sind im Kundenservicecenter von 8 Uhr bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 16-60 möglich.

Töttern: Nachhaltig – Regional – Saisonal

„Nachhaltig – Regional – Saisonal“ sind Schlagworte, die nicht erst in den herausfordernden Monaten der Pandemie, sondern schon vorher immer mal wieder auftauchten.

Lieferketten erweisen sich aktuell als Schwachstellen in der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs. Regional produzierte Waren, die regional vertrieben werden und damit kürzere Transportwege brauchen schonen die Umwelt. Sie sind eine Möglichkeit die regionalen Infrastrukturen zu stärken, Direktvermarktung beim Erzeuger z.B. in Form von Hofläden eine andere. Aber auch der Lieferdienst vom Supermarkt kann eine nachhaltige Alternative sein. Was braucht es, um bewusster zu konsumieren? Und sind wir dazu bereit?

Das diskutiert Moderator Thorsten Greuling u.a. mit Martin Klück von der Gewerkschaft ver.di Remscheid und Valentin Steinbrenner von local live, einem Wuppertaler Start-Up als regionaler Lebensmittel-Lieferdienst. Der Eintritt ist kostenlos und es gilt die 2G Regel: Genesen oder geimpft.

Die Veranstaltung „Töttern: Nachhaltig – Regional – Saisonal“ findet am Dienstag, 2. November um 19 Uhr im Quartierstreff Klausen in der Karl-Arnold-Straße 4a in Lüttringhausen statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Kulturkreis.jetzt im Heimatbund Lüttringhausen e.V., dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid und der Stadt Remscheid.

Der Durchbruch – Szenische Lesung nach einem Kammerspiel von Christian Wüster

Christian Wüster ist Vorsitzender der Lüttringhauser Volksbühne und Autor mehrerer Heimatschwänke. Mit seinem Theaterstück „Renaissance und Anachronismus“, das dem Analytischen/Epischen Drama zugeordnet wird, hat der Lüttringhauser Autor vor der Pandemie bereits ganz neue Facetten seines künstlerischen Wirkens aufgezeigt.

Pandemiebedingt wird sein neuestes Stück „Der Durchbruch“ nicht von Wüsters eigener Theatergruppe WÜSTheatER aufgeführt, sondern in einer Kooperation mit dem Westdeutschen Tourneetheater WTT als szenische Lesung inszeniert.

Inhalt

Es ist 1962 – viele der alten Naziverbrecher haben sich das Leben genommen, oder wurden verhaftet. In einem Gefängnis in Essen wartet die bekannte Nazi-Größe Leopold Pleiditz auf seinen Prozess und vertreibt sich die Zeit mit seinem Gefängniswärter und seinen unbeirrten Possen aus „alter Zeit“. Pleiditz, auch bekannt unter dem Namen „Das Monster von Treblinka“ wird jedoch eines Tages auf ein Geräusch aufmerksam. Nach geraumer Zeit findet er die Quelle: Ein Tunnel führt genau zu seiner Zelle und diesem Tunnel entsteigt eine Person, um Pleiditz zu treffen. Und es ist, wie sich herausstellt, nicht ihr erstes Aufeinandertreffen…

Termine

Die Lesungen finden am 13. und 26. November 2021 jeweils um 19.30 Uhr im WTT / Schauspiel Remscheid in der Bismarckstraße 138 in 42859 Remscheid statt. Im Kartenpreis von 12 Euro ist ein Freigetränk enthalten.

Tickets

Karten können telefonisch unter der 02191-32285 oder per E-Mail an info@schauspiel-remscheid.de zur Abholung reserviert werden. Alternativ können die Tickets über die Plattform Remscheid-LIVE.de auch online gekauft werden: Tickets für den 13. November oder Tickets für den 26. November.

Wikipedia

Christian Wüster (Dramatiker) in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_W%C3%BCster_(Dramatiker)

Veranstaltungsplakat

Der Durchbruch - Theaterstück von Christian Wüster. Szenische Lesung 13. und 26.11.2021 um jeweils 19.30 h im WTT. Karten: 12,- € inkl. einem Freigetränk
Der Durchbruch – Theaterstück von Christian Wüster. Szenische Lesung 13. und 26.11.2021 um jeweils 19.30 h im WTT. Karten: 12,- € inkl. einem Freigetränk

Lüttringhauser Gespräche: Jüdisches Leben im Bergischen

Nach der Corona-bedingten Zwangspause im vergangenen Jahr finden im November die Lüttringhauser Gespräche zum 22. Mal statt und beschäftigen sich mit lokaler Geschichte.

Unter dem Titel „Bergisch-lokale Perspektiven auf 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ widmen sich die Gespräche insbesondere dem Blick auf das jüdische Leben im Bergischen Land. Dabei soll es neben der historischen Betrachtung des Schicksals jüdischer Gemeinden auch Einblicke in das „ganz normale“ Leben jüdischer Mitbürger heute geben.

Am Dienstag, 2. November, spricht Dr. Ulrike Schrader über „Jüdische Gemeinden im Städtedreieck“. Sie stellt neben der Geschichte der Vernichtung und des Wiederaufbaus nach 1945 auch die heutige Situation jüdischer Gemeinden im Bergischen Städtedreieck dar. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Schrader ist Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal, Verfasserin zahlreicher Publikationen zur jüdischen Geschichte im Bergischen Land und leitet das „Begegnungszentrum Alte Synagoge“ in Wuppertal.

02.11.2021, 09.11.2021 und 16.11.2021 um jeweils 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen, Ludwig-Steil-Platz 1c, 42899 Remscheid

Der Eintritt ist frei, Kollekte erbeten. COVID-19-Hinweis: Es gilt die „3-G-Regel“ – Bitte entsprechenden Nachweis mitbringen!

Der zweite Abend am Dienstag, 9. November, – dem 83. Jahrestag der Reichsprogromnacht – trägt den Titel „Jüdisch sein In Deutschland – Annäherung in Vielfalt“ und wird von dem jüdischen Psychiater und Psychotherapeuten Peter Liebermann gestaltet. Er wird über das Aufwachsen und Leben von Juden in Deutschland angesichts der zunehmenden aggressiven antisemitischen Vorfälle, die damit verbundene Verunsicherung und die Bewältigung derselben sprechen. Peter Liebermann – ehemals sieben Jahre Oberarzt an der Evangelischen Stiftung Tannenhof in Remscheid – war Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Fördervereins des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Neben Veröffentlichungen zu Traumafolgestörungen war er an Ausstellungsprojekten zu Medizin im Nationalsozialismus, Rassismus und Remigration beteiligt.

Günter Urspruch wird am Dienstag, 16. November, mit Antworten auf die Frage „Und wie war das em Dorp?“ das jüdische Leben in Ronsdorf und Lüttringhausen beleuchten. Der langjährige ehemalige Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen hat sich einen Namen als profunder Kenner der Lokalgeschichte zwischen Ronsdorf und Lennep gemacht.

Der Titel der Veranstaltungsreihe „Lüttringhauser Gespräche“ ist durchaus wörtlich zu nehmen: Die Referentinnen und Referenten aus Religion und Wissenschaft stehen an allen drei Abenden für Gespräche mit dem diskutierfreudigen Lüttringhauser Publikum zur Verfügung.

Hintergrund

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Ev. Kirchengemeinde bei der Stiftung Tannenhof, der Kath. Pfarrgemeinde St. Bonaventura/Heilig Kreuz, der Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen, und des Katholischen Bildungswerkes Wuppertal/Solingen/Remscheid.

Veranstaltungsflyer

Lütterkuser Advent: Jetzt mitmachen

Nach dem großen Erfolg des coronakonformen Adventskalenders „Lütterkuser Advent“ im vergangenen Jahr, plant die evangelische Kirchengemeinde Lüttringhausen für dieses Jahr eine Neuauflage.

Hören statt sehen

Statt auf Videos, wie im Vorjahr, setzt die Gemeinde in diesem Jahr auf eine Art Mini-Podcast, also aufs Hören statt aufs Sehen. Es gilt viele kleine Rätsel rund um die Adventszeit, Weihnachten, die Gemeinde oder Lüttringhausen zu lösen.

Wer sich mit einem eigenen Rätsel am Lütterkuser Advent beteiligen möchte, sendet bis zum 4. November 2021 eine Sprachnachricht (z.B. WhatsApp) mit der Rätselfrage und der Auflösung an Antje Kammin oder Andrea Behnecke, alternativ an die +4915757555550. Die eingesandten Sprachnachrichten werden zu adventlich geschmückten Kalenderfensterchen zum Hören umgearbeitet.

Zum Ende hin gilt es aus den einzelnen Tageslösungen ein Lösungswort zu bilden, um an einer weiteren Verlosung teilzunehmen. Details werden rechtzeitig über die Webseite www.luetterkuser-advent.de kommuniziert.