Das Auswärtsspiel des IGR-Bundesligateams der Herren gegen die SG Eldagser Falcons am 24. Oktober fällt aus, das gegnerische Team hat zur Zeit kein einsatzbereites Team zur Verfügung. Das Spiel der IGR-Bundesligistinnen gegen den SC Bison Calenberg findet wie geplant in der Sporthalle der Grundschule Eldagsen statt. Anpfiff am 24. Oktober 2020 ist um 17 Uhr.
Nimm2-Gottesdienst am 9. Februar 2020 ab 11 Uhr in der evangelischen Kirche Lüttringhausen mit anschließendem Mittagsimbiss im Gemeindehaus.
„Margarete Steiff – ein bärenstarkes Leben“ … steht beim Nimm-2-Gottesdienst am 9. Februar 2020 um 11 Uhr in der Lüttringhauser Kirche im Mittelpunkt.
„Behindert ist man nicht, behindert wird man“, hat Margarete Steiff, die „Erfinderin“ des Teddy, gesagt – aus gutem Grund: sie war selbst behindert. Kinderlähmung fesselte sie Zeit ihres Lebens an einen Rollstuhl. Aber sie gab niemals klein bei. Woher sie die Kraft dazu nahm?! – ganz besonders aus ihrem Glauben und weil sie einen wunderbaren Rückhalt in ihrer Familie hatte.
Gemeinsames Ausklingen im Gemeindesaal
Musikalisch wird der Gottesdienst vom Gospelchor mitgestaltet. Im Anschluss an den Gottesdienst wird, wie immer beim Nimm2-Gottesdienst, zu einem Mittagsimbiss ins Gemeindehaus eingeladen – für alle, die noch Zeit und Muße haben.
Ein Steiff-Teddy und im Hintergrund die evangelische Stadtkirche Lüttringhausen, in der in jedem zweiten Monat am zweiten Sonntag der Nimm2-Gottesdienst stattfindet. Foto: Sascha von Gerishem
Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes ist in ganz Nordrhein-Westfalen in der Nacht von Sonntag auf Montag, 9. auf 10. Februar 2020, mit schweren Sturm- und Orkanböen zu rechnen, die den ganzen Montag noch anhalten sollten.
In Remscheid ist nach einer aktuellen Gefährdungseinschätzung von Schulamt, Schulverwaltung, Gebäudemangement und Feuerwehr derzeit keine komplette Schulschließung am Montag erforderlich.
Demzufolge entscheiden die Eltern am Montag, wie immer bei extremen Witterungsverhältnissen, selbst, ob der Weg für die Kinder zur Schule zumutbar ist. Nimmt das Kind nicht am Unterricht teil, ist die jeweilige Schule unverzüglich entsprechend zu informieren, damit die einzelnen Kinder nicht vermisst werden. Die Lehrer sind alle anwesend, die Betreuung ist gewährleistet.
Kommenden Sonntagnachmittag werden die beteiligten Stellen eine erneute Gefährdungseinschätzung vornehmen und ggfs. entsprechend kommunizieren.
Weitere Details finden sich in der hier folgenden Pressemitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf.
Orkanwarnung: Eltern können entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken
Ab dem kommenden Sonntag (09.02.2020) bzw. der Nacht zum Montag (10.02.2020) erwartet der Deutsche Wetterdienst eine bundesweite Sturmlage. Aus dem Hinweis des DWD ergibt sich, dass noch keine regionalen Vorhersagen getätigt werden können.
Vor diesem Hintergrund weist die Bezirksregierung Düsseldorf Eltern und Schüler auf folgendes hin:
Bei extremen Witterungsverhältnissen entscheiden die Eltern selbst, ob der Weg zur Schule zumutbar ist, und informieren die Schule unverzüglich darüber, dass ihr Kind am betreffenden Tag insofern am Unterricht nicht teilnehmen wird (vgl. Zf. 2.1 des Runderlasses des Kultusministeriums vom 29.05.2015 – BASS 12-52 Nr. 1).
Die Entscheidung über eine Schließung der Schule wegen extremer Witterungsverhältnisse liegt im Verantwortungsbereich des jeweiligen Schulträgers, der für die Sicherheit der Schulgebäude und des Schulgeländes verantwortlich ist. Außerdem ist er für die Schülerbeförderung zuständig. Bei seiner Entscheidung hat der Schulträger – unter Einbeziehung der Schulleitung – die konkrete örtliche Situation zu berücksichtigen und eine Abwägung der Gesamtumstände vorzunehmen. Dabei sind neben der Sicherheit des Schulgebäudes und des Schulgeländes auch Fragen der Schülerbeförderung, die Vermeidung von Unterrichtsausfall und der bestehende Betreuungsbedarf insbesondere für jüngere Schülerinnen und Schüler in den Blick zu nehmen.
Sofern die Schulleitung aufgrund extremer Witterungsbedingungen im Laufe des Tages den Unterricht vorzeitig beendet, so sind die Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude weiterhin so lange zu betreuen, bis für alle Schülerinnen und Schüler ein gefahrloser Heimweg gewährleistet werden kann. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, ob Schulbusse und der ÖPNV fahren bzw. ob die Eltern ihre Kinder abholen können.
Die Witterungsverhältnisse können zudem von Ort zu Ort sehr verschieden sein und demzufolge unterschiedliche Gefährdungssituationen mit sich bringen. Zudem können die Verkehrsverhältnisse uneinheitlich sein: Bei größeren Einzugsbereichen der Schulen können einige Schülerinnen und Schüler problemlos die Schule erreichen, während andere damit Schwierigkeiten haben. Es wäre aber unverhältnismäßig, wenn beispielsweise bei partiellen Schulwegproblemen der gesamte Unterricht der Schule ausfällt und diejenigen, die die Schule erreichen, nicht unterrichtet, sondern lediglich betreut oder beaufsichtigt würden. Dass bei schwierigen Verkehrsverhältnissen Klassen zeitweise nur mit wenigen Schülerinnen und Schüler besetzt sein können, rechtfertigt insbesondere mit Blick auf die Schulpflicht und dem damit verbundenen Recht des einzelnen Kindes auf schulische Bildung keine Einstellung des Unterrichtsbetriebs.
Damit Schulträger bzw. Schulleitungen eine möglichst gesicherte Entscheidung über das Ob und Wann einer Schulschließung oder einer vorzeitigen Beendigung des Unterrichts treffen können, ist die Gefährdungseinschätzung der für Gefahrenabwehr zuständigen Behörden (Polizei, Feuerwehr) einzuholen. Zudem sollen die Informationen des Deutschen Wetterdienstes hinzugezogen werden. Auch die Bezirksregierungen stehen den Schulleitungen und Schulträgern für entsprechende Anfragen zur Verfügung.
Die Lüttringhauser Familie Kammin ist sehr musikalisch. Erst am Wochenende errang das Blechbläserquartett um Lino und Marti Kammin (zusammen mit Jan Peter Heynen und Justus Scheffen)in der Altersgruppe III, die die Jahrgänge 2006 und 2007 betrifft, bei „Jugend musiziert“ im Röntgen-Gymnasium einen 1. Preis, der gleichzeitig die Weiterleitung zum Landeswettbewerb bedeutete, der im März in Essen stattfinden wird. Unter anderem musizierte das Quartett eine Komposition des Kreiskantors Johannes Geßner, ein Satz aus der Suite Es-Dur.
„Ich bin sehr spät zur Musik gekommen“, erzählt er, „mit zwölf oder dreizehn. Ein Freund hatte mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im Posaunenchor mitzuspielen.“ Jürgen Kammin hatte Lust. Aber warum ausgerechnet die Posaune, eines der am schwersten zu spielenden Instrumente? „Das hat sich so ergeben“, berichtet der Küster. „Im Posaunenchor hat man damals gesagt: Die mit den dicksten Lippen bekommen die größten Instrumente. Das ist natürlich Unsinn. Dann hätte Louis Armstrong niemals Trompete spielen dürfen“.
In seinem musikalischen Schaffen greift der Posaunist auf die Harmonielehre zurück, die er unter dem ehemaligen Kantor Jürgen Harder erlernen durfte. Kammin leitet das Lenneper Bläserensemble und arrangiert auch artfremde Kompositionen für die Musiker. Natürlich spielt er immer noch im Lüttringhauser Posaunenchor, wo er stellvertretender Dirigent ist. Daneben gibt es noch ein lockeres Quartett mit den Brüdern Marc undSebastian Brüninghaus. „Ich habe Maschinenbau studiert“, erzählt er weiter, „hatte dazu aber eigentlich keine Lust. Da habe ich mich hier als Küster beworben.“
Sebastian Brüninghaus, Marc Brüninghaus, Jürgen Kammin und Volker Müller (v.l.) an der Biertuba. | Foto: privat
Antje und Joy Kammin
Antje Kammin hat jahrelang Blockflötenunterricht erteilt und auch ein eigenes Ensemble geleitet. Sie lehrt Klavieranfängern die ersten Schritte im musikalischen Hobby. Wenn sie merkt, dass sie mit ihren Fähigkeiten an ihre Grenzen stößt, werden erkennbar gute Musiker weitergeleitet.
Die älteste Tochter der Kammins, Joy, ist Tänzerin und zur Zeit beruflich in Israel unterwegs.
Celine Kammin
Celine, zweitälteste Tochter, hat über die Remscheider Pianistin Maren Donner zur Musik gefunden. Ein Auftritt Donners hatte die damals Fünfjährige derart beeindruckt, dass sie ebenfalls das Klavierspiel erlernen wollte. Die Möglichkeit dazu ergab sich zunächst über Maren, später dann bei einem gemeinsamen Musiklehrer. Für das Schulorchester kam dann das Euphonium hinzu, was sie auch im Jugendorchester von Christoph Spengler spielt. Später erlernte sie noch die Querflöte. Sie studiert Klavier und klassischen Gesang, dazu elementare Musikpädagogik in Köln. Celine ist private Klavierlehrerin und gibt auch Unterricht in der Bergischen Musikschule am Standort Wuppertal-Ronsdorf.
Celine Kammin am E-Piano. Foto: Sascha von Gerishem
Celine begleitete drei Sänger bei „Jugend musiziert“ und leitete das Blechbläserquartett, in dem ihre Brüder spielen.
Lino und Marti Kammin
Lino spielt Kornett, ein Instrument, das der Trompete sehr verwandt ist, durch ein anderes Mundstück jedoch über einen etwas weicheren Klang verfügt. „Üben ist nicht cool“, sagt Lino, der sich zunächst am Klavier probierte, dann zum Euphonium wechselte und jetzt beim Kornett angekommen ist. „Das ist ein Hobby“, erklärt er selbstbewusst, „und das wird es auch immer bleiben. Eigentlich möchte ich eher artistisch tätig werden. Clown oder so.“ Das Spielen des Kornetts war nie sein größter Traum.
Die Ragazzi der Familie Kammin besuchten Familie Belfi in den Dolomiten. Foto: Familie Kammin
Marti hörte mit sechs oder sieben Jahren zufällig in einem Gespräch, dass der Posaunenchor Mitglieder suchte. Etwas vorlaut sagte er: „Trompete mache ich!“ Auch Marti übt nicht wirklich gerne, ist durch den 1. Preis bei „Jugend musiziert“ aber motiviert worden. „Ich habe vorher ausnahmsweise viel geübt“, erzählt der junge Musiker, „und habe mir auch ein eigenes Kornett zusammengespart.“ Marti gesteht, dass ihm die Wettbewerbslieder nicht mehr aus dem Kopf gehen. Der Kornettist wirkt in der Tat sehr fokussiert.
Mit dem 1. Preis hat niemand gerechnet, auch die Leiterin des Quartetts, Celine Kammin, nicht. „Ich wusste schon, dass wir gut sind. Aber so gut…? Damit konnte keiner rechnen. Da machen ja auch halbe Profis mit.“
In Essen wird das Quartett das gleiche Repertoire spielen wie in Remscheid. Und dann, wer weiß, vielleicht im Juni beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ in Freiburg noch einmal.
Kostenloses Preisträgerkonzert im Teo Otto Theater
Das Teo Otto Theater befindet sich in der Konrad-Adenauer-Straße 31-33 in 42853 Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem
Zuvor findet am Sonntag, 23. Februar 2020 um 11 Uhr noch das Preisträgerkonzert im Teo Otto Theater statt. Das Konzert ist öffentlich und der Eintritt ist frei.
Akustikkonzert von Attila Vural am 13. Februar 2020 im Café Lichtblick in der Gertenbachstraße 2 in Lüttringhausen.
„Nicht ohne meine Gitarre“ heißt das Programm, mit dem Attila Vural am Donnerstag, 13. Februar 2020 ab 19 Uhr im gemütlichen Café Lichtblick im Herzen der Lütterkuser Altstadt auftritt. Sein Spiel lädt ein, ihm auf seinen Klangreisen in die weite Welt musikalischer Begegnungen zu folgen. Bei vielen Gelegenheiten ist Vurals perkussive Gitarre national und international live zu hören. Ob auf Tonträger oder auf der Bühne: Wer die Reise mit Attila Vural antritt, wird Orte aufsuchen, die zu entdecken man einer Solo-Gitarre gar nicht zutrauen würde.
Der Eintritt ist frei, Hutspenden sind aber herzlich willkommen. Platzreservierungen unter Telefon (0 21 91) 5 92 62 34 werden empfohlen.
Die Singer/Songwriterin aus Remscheid, Anja Franz, spielte im Café Lichtblick in der Gertenbachstraße 2 in Lüttringhausen.
Zum zweiten Mal war Anja Franz im Café Lichtblick zu Gast. „Vor drei Jahren war ich schon einmal hier“, erzählt die 1975 in Remscheid geborene Sängerin und Gitarristin. Das Publikum im gut besuchten Café konnte sich daran gut erinnern.
Gitarre und Gesang
Lieder von John Denver (u.a. „Leaving On A Jetplane“, mit dem Anja Franz alle Konzerte beginnt), der Kelly Family, Pur, Gregor Meyle, ihres Mentors Holger Brinkmann (den man, nebenher besehen, viel zu selten in Remscheid spielen sieht), Kerstin Ott, Matthias Reim, aber auch eigene Songs und eigene Texte erklingen beim Konzert. Die Gitarrenarbeit der Muikerin ist solide, sie setzt auf Texte und Ausstrahlung der Stücke, auf ihre Stimme. Hin und wieder erklingt durch technische Hilfe eine zweite Stimme zu ihrem Gesang. Das kommt gut!
Anja Franz bei ihrem Konzert im Café Lichtblick in Lüttringhausen. Foto: Peter Klohs
Viele der Texte sind positiv geprägt, Gregor Meyles „Du bist das Licht“ zum Beispiel. Und auch das von Holger Brinkmann komponierte, von Anja Franz jedoch mit einem eigenen Text versehene „Liebe das Leben“, geht in diese Richtung. Die Besucher im Café Lichtblick hörten Anja Franz gerne zu und spendeten reichhaltigen Beifall.
Die Hoffmann über das Theaterstück „Renaissance und Anachronismus“ von Christian Wüster, aufgeführt im Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen.
Kunst schaffen, Theater spielen ist eigentlich mein Steckenpferd und liebstes Hobby. Aber es kann einen auch an die persönlichen Grenzen bringen, zumal es bei mir (leider) nicht der Hauptberuf ist.
Neues Genre: Episches Theater
Vor knapp einem Jahr sagte ich meinem Theaterkollegen und Autor bei der Volksbühne, Christian Wüster, zu, in seinem neuen Stück „Renaissance und Anachronismus“ eine Rolle zu übernehmen. Es sei ein Experiment, ein ganz neues Genre, an dem er sich versuche: Episches Theater.
Renaissance und Anachronismus. Foto: Sascha von Gerishem
Heute vermute ich, dass ich nicht richtig zugehört habe, vielleicht Alkohol im Spiel war oder ich mich in einem Rausch totaler Selbstüberschätzung befand. Und so geschah es, dass ich mich kurz vor den Sommerferien in einem Probenraum wiederfand und ich das neue Stück erstmals bewusst mit den Schauspielkollegen las.
Sorge kam auch hier noch nicht auf. Es würde sein wie immer: zwei bis drei Leseproben, dann Stellproben, der Text würde sich dann langsam ins Hirn schleichen, ganze Passagen lernten sich beim Spielen auswendig.
Dem war nicht so, außerdem realisierte ich allmählich, dass ich in wirklich jeder Szene auf der Bühne mit Text war und da die Tage schon kürzer wurden, war der Absprung vom sich immer schneller drehenden Theater-Karussell nicht mehr möglich.
Hinter der Bühne. Foto: Steph Hoffmann – www.die-hoffmann.de
Es war vielleicht die Tatsache, dass ich in den Augen von Autor und Regisseur Christian Wüster nie das P für Panik in den Augen las, auch der Zuspruch der Kollegen tat gut, außerdem saß bei denen der Text auch noch nicht. Ich redete mir Abend für Abend ein, dass ich seit Beginn meiner Schullaufbahn ein Drucklerner war, das würde schon alles gut werden…. Wurde es aber nicht.
Und dann: Panik!
Knappe zwei Wochen vor der Premiere hoffte ich auf ein Anhalten der Uhren, der Welt, eine göttliche Eingebung (welch ein Wortwitz, ich spielte einen Engel), schlicht irgendetwas, was die Premiere um ein gefühlt weiteres Jahr verschieben würde. Leider auch hier: Die Erde dreht sich weiter, ich hatte keinen Plan B.
„Hören Sie? Wir sind jetzt Nihilisten!“ Foto: Steph Hoffmann – www.die-hoffmann.de
Aber Plan K, N und D waren auf einmal da in Form von Krücken und Netz und doppeltem Boden. Ich musste mir Hilfen auf der Bühne schaffen, auf die ich zurückgreifen konnte. Eigentlich ist das gar nicht mein Ding und es schnitt tief in meine Schauspielerehre, aber besser als ein totales Versagen war es allemal. Wenn ich sie später nicht bräuchte, umso besser.
Seelenheil
Und dann sitzt du da, hinter dem noch geschlossenen Vorhang und in deinem Hirn herrscht die totale Leere, du weißt nicht mal mehr den eigenen Namen, meine Mitspielerinnen gehen ihren Text noch einmal durch, da ist dieses eine Wort aus ihrem Text: Seelenheil und da ist die eine, einzige Frage, die dir noch durch den Kopf geht: Was mache ich hier eigentlich, warum sitze ich hier, eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt wäre in diesem Moment das einzig Richtige und mein persönliches Seelenheil, wenn ich nur tauschen dürfte.
Während der Aufführung. Foto: Sascha von Gerishem
Und dann öffnet sich der Vorhang, du atmest einmal aus, springst ins kalte Wasser und schwimmst, schwimmst bis zum Schlussapplaus, der dich noch lange trägt und entschädigt für Schweiß, Blut und Tränen, der dein „NIE WIEDER!“ negiert und dich weiter antreibt, es wieder zu tun.
„Theater muss weh tun!“, haben wir bei der Neuen Bühne Remscheid mit dem (leider schon verstorbenem) Regisseur Klaus G. Hendl immer gesagt, aber Theater, ob als Schauspieler oder Zuschauer, kann ein wahres Seelenheil sein.
Die erste Aufführung eines Theaterstückes. Renaissance und Anachronismus von Christian Wüster, aufgeführt vom WÜSTheatER im Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen.
Man braucht in der Kultur keinen Bombast, um Qualität zu erzeugen. In der Musik nicht, bei bildenden Künsten nicht – und im Theater auch nicht. Großartige Showeffekte können hinderlich sein, halb- oder quasiphilosophische Ergüsse, dargeboten in fragwürdiger Lautstärke, können blenden. Man kann viel falsch machen, gerade als Regisseur oder Autor eines Theaterstückes.
Wie man es anders macht, beweist Christian Wüster mit seinem Theaterstück „Renaissance und Anachronismus“, ein mit acht Laien-Schauspielerinnen und -schauspielern besetztes… ja was? Eine Komödie ist es nicht, eine Farce ebenso wenig. Das Stück eine Tragödie zu nennen ist auch verfehlt. Braucht man eine Schublade? Wenn ja, ich weiß keine.
„Ein hervorragendes Antikriegsstück. Mutige Dialoge, Monologe die zum Nachdenken zwingen.“ – Fritz Beinersdorf
Und das ist einer der positiven Punkte, die es über dieses Theaterstück zu sagen gibt: Es entzieht sich einer Kategorie. Schön zu beobachten bei der „ersten“ Premiere des Stückes am Morgen des 24. Januar in der Aula des Leibniz-Gymnasiums, eine Aufführung nur für Schüler. Da lachen die Besucher über irgendetwas – und schweigen drei Zehntelsekunden später betroffen, weil ihnen das Lachen im Hals verkümmert ist.
Die Engel streiken
Erster Teil.
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Der Vorhang. Gleicht geht es los. Foto: Peter Klohs
Die Engel Hieronymus und Philippus (Steph Hoffmann und Livia Strauch, v.l.) bei der Arbeit. Foto: Peter Klohs
"Ich bin tot?" - "Tot!" - "Tot?" Foto: Peter Klohs
"Sie müssen meine vielen Fragen verzeihen, ich bin noch nicht so lange tot." Foto: Peter Klohs
Guido Romlau und Livia Strauch (v.l.) Foto: Peter Klohs
"Mit Granaten auf Generäle werfen ist feige!" (Steph Hoffmann und Sebastian Stein). Foto: Peter Klohs
"Lass Dich umarmen, Freund!" Foto: Sascha von Gerishem
Zauberhaft: Livia Strauch. Foto: Peter Klohs
Steph Hoffmann, Lucy Schumacher und Ceyda Lekesiz (v.l.). Foto: Peter Klohs
Feyza Lekesiz und Steph Hoffmann. Foto: Sascha von Gerishem
Feyza Lekesiz, Steph Hoffmann, Lucy Schumacher und Ceyda Lekesiz. Foto: Sascha von Gerishem
Grandios: Steph Hoffmann als Hieronymus. Foto: Peter Klohs
"Und ich trage Metall auf meiner Uniform!" Foto: Peter Klohs
Die letzte Atombombe. Foto: Peter Klohs
Wir haben an dieser Stelle ausführlich über den Inhalt von „Renaissance und Anachronismus“ berichtet und wollen uns hier nicht wiederholen. Nur kurz dies: Die Engel, die den Tod und die Gestorbenen verwalten, wollen wegen erhöhten Arbeitsaufkommens streiken. Darf man das? Wie wirkt sich ein Streik der Engel auf die Menschheit aus? Soweit.
Der Mensch selbst ist ein Anachronismus. Viele Zitate und Aperçus begreift man in ihrer vollen Tiefe, wenn man das Stück zweimal ansieht. Hier einige prägnante Beispiele:
„Nihilismus ist feige!“ – „Ich weiß, dass er feige sein KÖNNTE.“
„Jedes Lebewesen ist ständig in Bewegung. Das ist der Sinn des Lebens.“
„Die Entdeckung Südamerikas hat zu großen Verlusten geführt.“
„Wir sind nur ein Sandkorn. Aber viele Sandkörner ergeben die Wüste.“
„Wir sind hier in der Ewigkeit und zweifeln den Sinn des Massensterbens an.“
„Lasst uns Humanität nicht den Menschen überlassen.“
Genug.
Die Hinwendung des Stückes von – wie man hinterher zu verstehen glaubt – der beinahe unerträglichen Leichtigkeit des Engelseins zur Beinahe-Katastrophe des Endes inklusive weiser, kluger und weitsichtiger Worte ist bemerkenswert. Die Mitteilung aus dem Radio niederschmetternd. Hat der Nihilist (durch Sascha von Gerishem goldrichtig besetzt und mit einer Art morbider Selbstverständlichkeit verkörpert) Recht? Ist alles „egal“? Ist mit dem Anfang der Menschheit alle Hoffnung zu Grabe getragen? – Nur wenige Fragen, wo sich doch nach Besuch des Stückes mindestens tausend aufdrängen.
Selbst die Explosion einer Atombombe ist im Stück integriert, an der richtigen Stelle, angemessen sensationell ohne als Schaueffekt zu verkommen, schlicht beeindruckend und atemberaubend.
Mit Herzblut und Bühnenpräsenz
Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind mit Herzblut dabei, man spürt es in jeder Minute. Hin und wieder kommt eine Stimme etwas dünn daher, aber sind Engel vielleicht fehlerlos? Stephanie Hoffmanns Bühnenpräsenz allein ist den Besuch des Theaterstückes wert.
Zweiter Teil und Ende.
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"Ihr fordert eine moralische Kehrtwende auf Erden?" (Sascha von Gerishem, Steph Hoffmann und Livia Strauch). Foto: Peter Klohs
Der Nihilist. Foto: Peter Klohs
"Die Zukunft der Engel? Arbeitslosigkeit!" Foto: Peter Klohs
"SIE sind die Realität, meine Damen und Herren!" Foto: Peter Klohs
Autor Christian Wüster. Foto: Peter Klohs
Das Ensemble: Sascha von Gerishem, Ceyda Lekesiz, Feyza Lekesiz, Lucy Schumacher, Steph Hoffmann, Livia Strauch, Guido Romlau, Sebastian Stein (v.l.) Foto: Peter Klohs
Autor Christian Wüster. Foto: Peter Klohs
Lucy Schumacher, Steph Hoffmann und Livia Strauch. Foto: Peter Klohs
Christian Wüster hat für sein Stück eine eigene Theatergruppe ins Leben gerufen: WÜSTheatER. Er arbeitet bewusst mit Laiendarstellern. Seine Anweisungen sind geprägt von Verständnis ohne die Notwendigkeiten zu vergessen. Er hat die Rollen vorzüglich besetzt. Er hat sehr viel richtig gemacht.
All das spüren auch die Schülerinnen und Schüler, die das Stück zum ersten Mal sehen. Sie schweigen erschrocken, sie lachen hier und da befreit, man spürt sie denken. Das mag andauern.
Die nächste Aufführung
Passenderweise hat der Nihilist die letzten Worte zu sagen. Und so können wir nur den Besuch von „Renaissance und Anachronismus“ empfehlen. Und wir tun dies mit all dem uns zur Verfügung stehenden Herzblut. Die nächste Aufführung ist für den 15. März 2020 im CVJM-Haus in Lüttringhausen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus angekündigt, präsentiert von der Aktion Muteinander.
Noch was vergessen? Achja, der Nihilist. Seine letzten Worte waren: „Schluss jetzt. Ende!“
Eintrittskarten
Eintrittskarten für die Aufführung am 15. März 2020 um 16 Uhr im CVJM Lüttringhausen (Einlass ab 15.30 Uhr), Gertenbachstraße 38 in 42899 Remscheid-Lüttringhausen gibt es zum Preis von 10 Euro hier:
Aktualisierung: Es wird am Samstag, 25. Januar 2020 ab 15.30 Uhr, auch eine Abendkasse geben. Tickets kosten 10 Euro.
Die neue Theatergruppe von Christian Wüster, das WÜSTheatER, feiert mit Wüsters neuem Stück „Renaissance und Anachronismus“ in der Aula des Leibniz-Gymnasiums in Remscheid-Lüttringhausen Premiere.
Christian Wüster ist der 1. Vorsitzende der Lüttringhauser Volksbühne und Autor zahlreicher Stücke, die dort aufgeführt werden. Darüberhinaus schreibt der Autor auch noch andere Theaterstücke, die mit der Volksbühne nichts gemein haben. Für sein neuestes Stück, ein Drama mit dem etwas sperrigen Titel „Renaissance und Anachronismus“ hat er eine neue Theatergruppe ins Leben gerufen: WÜSTheatER, ein Ensemble, das aus acht Amateurschauspielerinnen und -schauspielern nebst zwei Technikern besteht. Die Premierenaufführung wird am Morgen des 24. Januar für Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung stattfinden. Die Öffentlichkeit hat dann einen Tag später, am Samstag, dem 25. Januar um 16 Uhr Gelegenheit, sich das Theaterstück in der Aula des Leibniz-Gymnasiums anzusehen.
Kooperation mit dem Leibniz-Gymnasium
Die ersten Proben vor Ort und in den Kulissen, die von der Kunst-AG des Leibniz-Gymnasiums unter der Leitung von Alla Grabinski entworfen und gebaut wurden, fand am 13. Januar statt.
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"Kaffee?" - "Immer." Die bürokratischen Engel Hieronymus (Steph Hoffmann) und Philippus (Livia Strauch). Foto: Peter Klohs
"Kaffee?" - "Immer." Die bürokratischen Engel Hieronymus (Steph Hoffmann) und Philippus (Livia Strauch). Foto: Peter Klohs
"Kaffee?" - "Immer." Die bürokratischen Engel Hieronymus (Steph Hoffmann) und Philippus (Livia Strauch). Foto: Peter Klohs
Steph Hoffmann spielt den Engel Hieronymus mit dem richtigen Maß an Pampigkeit. Foto: Peter Klohs
Lucy Schumacher, Ceyda Lekesiz, Steph Hoffmann und Feyza Lekesiz. Foto: Peter Klohs
Ceyda Lekesiz. Foto: Peter Klohs
Lucy Schumacher. Foto: Peter Klohs
"Ich bin tot." - "Ach was!" - Verstorbener (Guido Romlau) und Engel Hieronymus (Steph Hoffmann). Foto: Peter Klohs
Großartige Entwicklung für Ceyda Lekesiz, Lucy Schumacher und Feyza Lekesiz, beurkundet von Steph Hoffmann und Christian Wüster (v.l.) Foto: Peter Klohs
Großartige Entwicklung für Ceyda Lekesiz, Lucy Schumacher und Feyza Lekesiz, beurkundet von Steph Hoffmann und Christian Wüster (v.l.) Foto: Peter Klohs
Anweisungen vom Spielleiter: "Nutzt die Bühne!" Ceyda Lekesiz, Lucy Schumacher, Christian Wüster, Feyza Lekesiz, Steph Hoffmann (v.l.) Foto: Peter Klohs
Auf der Bühne suchen die Schauspielerinnen ihren Platz, der Autor, der gleichzeitig der Regisseur des Stückes ist, spricht mit Medienvertretern, andere Mitglieder des Ensembles sitzen im Zuschauersaal und lernen noch Text, die Techniker stehen parat und beratschlagen, was in welcher Szene zu tun ist, Die Schauspielerinnen und Schauspieler – allesamt Amateure – haben mit den Proben begonnen. Christian Wüster folgt dem Geschehen auf der Bühne hoch aufmerksam, verbessert hier eine Aussprache, verändert dort den Standort eines Schauspielers, kritisiert, lobt, denkt laut. „Nutzt die Bühne“, ruft er, „die Bühne ist groß! Geht hier- und dorthin. Bewegt euch.“ Die Menschen auf der Bühne folgen den Worten, noch zögerlich, aber das wird noch werden. Einer der im Stück handelnden Engel begehrt gegen etwas auf, und Wüster ruft ein begeistertes: „Jawohl! Das richtige Maß an Pampigkeit!“ in den Raum. Alle agieren noch mit Textheften in den Händen, was der Probe etwas selten Kantiges verleiht, nicht uninteressant, aber natürlich nicht im Fluß.
Das Stück „Renaissance und Anachronismus“ spielt im Himmel. Oder im Jenseits. Die beiden Engel Hieronymus und Phillippus (Steph Hoffmann und Livia Strauch) haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn sie verwalten die Gestorbenen. Gerade klopft wieder ein neuer Sterbefall an das Himmelstor. „Ich bin tot“, sagt dieser. „Ach was!“ kontert ein Engel. „Aber keine Sorge: Jeder Neuzugang wird propper eingewiesen.“ Plötzlich erhöht sich das Arbeitsaufkommen der Engel enorm, so dass die Beiden das Arbeitspensum nicht mehr ordnungsgemäß erledigen können. Sie beschließen zu streiken.
Plötzlicher Richtungswechsel
Und hier verlässt das Stück die eher heitere Stimmung und gerät ohne Grenze hinein ins Drama. Dürfen Engel überhaupt streiken? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Menschheit?
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Steph Hoffmann ist der Engel Hieronymus. Foto: Peter Klohs
Steph Hoffmann ist der Engel Hieronymus. Foto: Peter Klohs
Steph Hoffmann ist der Engel Hieronymus. Foto: Peter Klohs
Alle sind Nihilisten. Ist uns doch egal. Foto: Peter Klohs
Sascha von Gerishem, der Nihilist. Foto: Peter Klohs
Die Engel Hieronymus (Steph Hoffmann) und Philippus (Livia Strauch) lassen sich vom Nihilisten (Sascha von Gerishem) anstecken. Foto: Peter Klohs
Guido Romlau: "Ich bin tot." Foto: Peter Klohs
In der Folge kommt es zu moralischen und gesellschaftskritischen Äußerungen, die allesamt sehr ernst und nachdrücklich über die Bühne kommen. Mancher Monolog hinterlässt eine dunkle Stelle im Bauch, mancher Denkanstoß lässt das Atmen in die Nähe der Schnappatmung mutieren, manche Äußerungen machen sprachlos.
Eintrittskarten sichern
Mehr soll an dieser Stelle auch gar nicht verraten werden. Besuchen Sie eine der (bisher geplanten) wenigen Aufführungen des Stückes. Sie haben dazu am 25. Januar 2020 Gelegenheit (Karten online bestellen). Die nächste Gelegenheit ergibt sich am Sonntag, den 15. März (Karten online bestellen). „Renaissance und Anachronismus“ wird dann auf Einladung der Aktion Muteinander im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Lüttringhauser CVJM-Saal aufgeführt.
Karten im Vorverkauf gibt es online auf www.wüstheater.de, in Isa’s Dorf-Shop (Richthofenstraße 22) und beim Lüttringhauser Anzeiger (Gertenbachstraße 20). Restkarten werden jeweils an der Abendkasse verkauft.
Das letzte Wort hat Christian Wüster. „Nächste Woche ist Probe“, sagt er zu den Schauspielern, „und dann OHNE Textheft.“
Geschehen am Rand
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Spielleiter Christian Wüster und die Techniker Jan Drescher und Fynn Bornewasser. Foto: Peter Klohs
Wer ist denn schon nervös...? Foto: Peter Klohs
Guido Romlau und Sascha von Gerishem vergleichen die Angaben im Drehbuch mit den Verhältnissen auf der Bühne. Foto: Peter Klohs
Vorfreude und Aufregung: Sascha von Gerishem. Foto: Peter Klohs
Das 42. Literatur-Café im Flair-Weltladen in der Gertenbachstraße 17 in Lüttringhausen beschäftigte sich mit Clara Schumann.
Die kleine aber beliebte Kulturreihe Literatur-Café fand im Lüttringhauser Flair-Weltladen am 13. Januar zum 42. mal statt. Ein gutes Dutzend Interessierte hatte sich im Weltladen zusammengefunden.
Clara Schumann – Ein Leben für die Musik
Über Clara Schumann existiert eine Menge Literatur, zumeist gut recherchierte Biografien. Johannes Haun, wie gewohnt gut vorbereitet, konzentrierte sich in seinem Vortrag auf das Buch „Clara Schumann – Ein Leben für die Musik“ der Musikwissenschaftlerin Irmgard Knechtges-Obrecht, aus dem er auch lange Abschnitte vorlas.
Clara Schumann war auf dem 100 DM-Schein abgebildet. Bild: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Germany
Clara Schumann – Ältere erinnern sich an die Frau auf dem 100-Mark-Schein – war im 19. Jahrhundert – einer Zeit, in der Frau sein wenig mehr als Kindererziehung und Haushalt bedeutete – weit mehr als die Frau des Komponisten Robert Schumann. Sie war die führende Pianistin ihrer Zeit. Ihre eigenen Kompositionen sind vielfach noch sehr unterschätzt und harren der ungeteilten Aufmerksamkeit von Musikliebhabern. Ihr Piano-Trio in g-moll (op.17) ist ein herausragendes Beispiel für die Sensibilität und der modernen Harmonieauffassung der Komponistin.
Als Pianistin sind von ihr mehr als 1300 Auftritte verbürgt. Bis es allerdings so weit war, musste Clara Schumann (geborene Wieck) einiges in ihrem Leben aushalten. Der Vater entpuppte sich als – sehr wohlwollend formuliert – schwieriger Mensch. Er kontrollierte seine Tochter auf extreme Weise, schrieb für sie, als Carla noch gar nicht des Schreibens fähig war, Tagebuch, schrieb für sie in der Ich-Form und von sich als „der Vater“, wobei er sich bemühte, selbst Claras Mutter nicht gut aussehen zu lassen, verkaufte Bilder seiner Tochter vor den Konzerten und versuchte alles, um Clara als weibliches Wunderkind zu erziehen. Mit 9 Jahren gab Clara ihr erstes Konzert, im Leipziger Gewandhaus, im Jahr 1830, mit 11 Jahren, ihr erstes Solo-Konzert, das mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Ihre Verbindung mit Robert Schumann war Friedrich Wieck von Anfang an ein Dorn im Auge. Er versuchte alles, um die Verbindung zu trennen und scheute auch nicht davor zurück, Lügen über Robert in die Welt zu setzen (heute würde man das „Fake News“ nennen) und ihm Alkoholismus zu unterstellen. Das Ganze endete vor Gericht und Friedrich Wieck musste seine „Anschuldigungen“ zurückziehen.
Johannes Haun beschrieb das aufregende Leben von Clara Schumann eindrucksvoll. Foto: Peter Klohs
Robert Schumanns Schicksal darf tragisch genannt werden. Er starb, geistig zerrüttet, in einer Nervenheilanstalt in Endenich bei Bonn im Alter von 46 Jahren. Clara überlebte ihn um 40 Jahre. Eine Liebschaft mit Johannes Brahms ist verbürgt. Ihre Konzerttätigkeit erstreckte sich bis ins hohe Alter. Sie favorisierte Kompositionen von Mendelssohn Bartholdy, Bach, Schubert und ihrem Mann. Nicht oft spielte sie eigene Werke.
Ihr Klavierkonzert in a-moll (geschrieben im Alter von 14 Jahren, wird von der Musikgeschichte nur langsam in den Rang gehoben, den es verdient. Ihr oben erwähntes Piano-Trio ist kraftvoll und sensibel zu gleichen Teilen, angefüllt mit hinreißenden Melodien und (für die damalige Zeit) mutigen Harmonien. Zur damaligen Zeit wurden Kompositionen von Frauen noch nicht ernst genommen.
Clara Schumann, Pianistin, Komponistin und Mutter von sieben Kindern, erhält im oben erwähnten Buch ein angemessenes Denkmal in literarischer Form. Johannes Haun hat die Entdeckung dieser Frau – und ihrer Musik – im Literatur-Café gebührend vorbereitet.
In die Monate Februar und März fallen die meisten Grippe- und Erkältungserkrankungen. Viele Antibiotika-Präparate haben heutzutage ihre Wirksamkeit verloren.
Doch hier hilft ein Kräuter-Seminar in der Natur-Schule Grund: Frische oder auch getrocknete Kräuter können nämlich auf vielfache Weise helfen. Besonders vorteilhaft ist, wenn wir im Vorjahr Vorräte anlegen konnten. Großartige Helfer gibt es auch unter den ätherischen Ölen. Diese lernen die Teilnehmenden des Workshops mit Kräuterfachfrau Christel Heuer kennen.
Eigenes Bronchialbalsam herstellen
Im praktischen Teil des Workshops mischen die Teilnehmenden ein Nasen-Öl für die „gestresste“ Schnupfennase und einen Bronchialbalsam zum Einreiben.
Der Workshop findet am Montag, 10. Februar 2020, um 19.30 Uhr in der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in 42855 Remscheid-Grund statt. Die Teilnahme kostet 12 Euro zuzüglich einer Materialkostenumlage in Höhe von 4 bis 6 Euro.
Wegen Teilnehmerbegrenzung ist eine Anmeldung bis spätestens Donnerstag, 6. Februar 2020, unbedingt erforderlich: 02191 3748239 oder info@natur-schule-grund.de
Wenn mitten im Winter der Frost immer noch nicht eingetroffen ist oder eine Pause macht und bei Temperaturen etwas über dem Gefrierpunkt die Luft schön feucht ist, dann sind in den Wäldern des Bergischen Landes die Gallertpilze zu finden, die der Volksmund als „Hexenbutter“ bezeichnet. Daneben gibt es u.a. „Judasohren“, Austernseitlinge und vielleicht auch Samtfußrüblinge zu bestaunen.
Hexenbutter & Co: Bei feuchtem Winterwetter ohne Frost schlägt die Stunde der Gallertpilze. Foto: Natur-Schule Grund
Diese besondere Gruppe von Winterpilzen und natürlich auch ihre Lebensräume stellt Biologe Jörg Liesendahl bei einem ganz speziellen Winterspaziergang in der Umgebung von Remscheid-Grund vor.
Los geht’s am Sonntag, 26. Januar 2020, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid-Grund. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 6 Euro und für Kinder bis 15 Jahren 3 Euro. Für Familien mit mehr als einem eigenen Kind gibt es einen Rabatt.
Warm anziehen und rechtzeitig anmelden
Bei ausreichend warmer, dem Wetter angepasster Kleidung und wärmendem Schuhwerk ist dieser auf ca. 3 Stunden angelegte Waldspaziergang auch für Kinder ab 7 Jahren geeignet.
Diakon Rony John organisiert die Sternsinger für die katholische Kirchengemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz.
Samstagmorgen in der leergeräumten Kirche St. Bonaventura. Es ist kurz vor halb zehn. Vierzig Kinder warten darauf, dass ihr Einsatz als Heilige drei Könige beginnen kann. Einige sitzen still auf den bereitgestellten Bänken, andere wuseln nervös hin und her, wenige quengeln. Diakon Rony John weist in seiner kurzen Ansprache noch einmal auf die Wichtigkeit der Aktion Sternsinger hin und erläutert Einzelheiten der Durchführung. Er segnet die Holzsterne, die Aufkleber, die der besuchten Wohnung oder des Hauses den Segen versprechen und am Ende auch die Sternsinger. Und dann kann es schon losgehen. Es ist kurz vor zehn Uhr.
Ordentliches Pensum für die Sternsinger
Eine Gruppe ist wegen eines Todesfalles ausgefallen und kann nicht mitgehen. Die nun vakanten Straßen und Wege werden auf vorhandene Gruppen verteilt, was sich schwieriger gestaltet, als es sich anhört. Verständlich, wenn man das Pensum der Sternsinger kennt. Nach und nach machen sich vierzehn Sternsingergruppen auf den Weg.
Ich begleite Emil, Leonie und Jelle ein Stück des Weges, den sie zusammen mit den Begleiterinnen Verena Mehl und Ulrike Jacobi zurücklegen. Die Besuche beginnen auf der Albert-Einstein-Straße, nicht weit von H2O entfernt.
Es wird geöffnet, die Sternsinger bitten gesanglich „Kommt mit nach Bethlehem“, sagen die Segenswünsche und bringen den neuen Segensaufkleber an der Wohnungstür an. Das ging ja gut und dauerte etwa fünf Minuten. Ich denke darüber nach, wie lange die Gruppe bei siebzig Adressen, die sie besuchen muss, wohl unterwegs ist. Sicher mehr als sechs oder sieben Stunden, denn die Wege zwischen den Besuchen sind nicht immer klein, und die Straße ist mitunter auch ungewohnt steil.
Die zweite Wohnung ist unter dem Dach, also drei Etagen nach oben, Aufzug Fehlanzeige. Die Tür wird geöffnet, eine Bulldogge wieselt um die Sternsingerbeine und wird gestreichelt. Es klappert und raschelt in der Spendendose. „Wofür sammelt ihr denn?“ fragt höflich eine Frau. Die Kinder wahrheitsgemäß: „Für arme Kinder im Libanon.“ Süßigkeiten wechseln den Besitzer. Sie werden später der Remscheider Tafel übergeben.
Weltweit größte Spendenaktion von Kindern für Kinder
Familie Hilger in der Heinrich-Geißler-Straße erwartet die Sternsinger bereits, lauscht geduldig dem Gesang, der langsam immer sicherer wird und ist gerne bereit, sich mit den drei Königen fotografieren zu lassen.
Die Sternsinger Leonie, Emil und Jelle segnen auch das Haus von Familie Hilger. Foto: Peter Klohs
Eine Frau wollte unbedingt besucht werden, die Tür bleibt jedoch geschlossen. Ulrike Jacobi beschließt, in zehn Minuten noch einmal dort zu klingeln.
Mag sein, dass die Kinder die Witterung ausblenden können, aber ich freue mich jetzt schon auf die heimische Heizung. Kalte Finger erschweren das Schreiben, dickere Socken täten Not. – Die zehn Minuten sind um, und tatsächlich öffnet sich nun die Wohnungstür. Lautes Hallo, die Kinder singen, es raschelt.
Zehn Minuten später und zweihundert Meter weiter öffnet eine junge Frau mit ernstem Gesicht, das während des Gesangs der Kinder immerzu freundlicher wird, bis es beinahe lächelt. Der Aufkleber vom vergangenen Jahr wird rasch vom aktuellen überdeckt. Man trennt sich freundlich. Wieder hat es geraschelt.
„Im Prinzip bleibt das so“, weiß Ulrike Jacobi. „Erfreulich unspektakulär. Die Menschen erwarten uns. Auch wegen des Gesanges der Kinder und der Segenssprüche, viele möchten jedoch auch, dass ihr Haus gesegnet wird.“
Emil, Leonie und Jelle sind zum ersten Mal Sternsinger und voller Freude dabei. Ob das bis zum Abend so bleibt, ist ungewiss. Muskelkater und/oder Heiserkeit drohen. Ich werde es nicht mehr erleben, denn Termine rufen. Dann auf Wiedersehen, vielleicht schon bald.
Alle Sternsingerkinder treffen sich am 26. Januar 2020 wieder. Dann gibt es eine Danke-Schön-Veranstaltung der Gemeinde.