Jens Nettekoven tritt nicht wieder an

Jens Nettekoven tritt nicht wieder als Fraktionsvorsitzender an – „Als Fraktionsmitglied werde ich loyal meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger unterstützen“

„Am gestrigen Morgen habe ich zunächst meinen engsten Mitarbeitern in der Geschäftsstelle mitgeteilt, dass ich nicht mehr als Fraktionsvorsitzender antreten werde. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich für die enge, vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit insbesondere bei ‚meinem‘ Fraktionsgeschäftsführer und Freund Ansgar Lange (externer Link: Wikipedia) in den letzten Jahren bedankt. Am Abend habe ich dann die Mitglieder unseres Geschäftsführenden Kreisvorstands und unseres Kreisvorstands über meinen Entschluss informiert. Ich glaube, dass es nach sechs Jahren nun an der Zeit ist, dass die Fraktionsspitze auch personell neu aufgestellt wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven.

„Ich habe meine Aufgaben als Fraktionsvorsitzender seit 2014 mit viel Freude und Engagement wahrgenommen und scheide ohne jede Bitterkeit. Aber das Wahlergebnis am Sonntag hat uns kurzzeitig schockiert. Damit hatten wir nicht gerechnet. Es war in den gestrigen Runden Konsens, dass unser Abschneiden nicht an der sehr guten Sacharbeit der Fraktion gelegen hat. Wir werden nun in Ruhe analysieren, was wir in den nächsten fünf Jahren besser machen können. Wir gewinnen als Team, und wir verlieren als Team. Die Rolle der CDU-Fraktion wird in den nächsten Jahren eine neue sein. Es mag ja sein, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende der Meinung ist, dass seine Partei nicht ausschließlich auf die Grünen als Partner setzen werde. ‚Vielmehr strebe man ein loses Bündnis an und werde weiter Kooperationspartner in allen demokratischen Parteien suchen‘, zitiert ihn eine Remscheider Tageszeitung. Man sei in den vergangenen Jahren gut ohne Koalitionsvertrag gefahren. Die CDU – dies war gestern ebenfalls Konsens – sieht dies anders. SPD und Grüne sind die eindeutigen Gewinner dieser Wahl und haben nun den Auftrag – mit oder ohne FDP – diese Stadt zu regieren. Als faire Wahlverlierer gratulieren wir den Wahlsiegern. Unsere Aufgabe wird es aber künftig sein, ein kritisch-konstruktives Korrektiv rot-grüner Politik in dieser Stadt zu sein.

Wenn sich demokratische Parteien nämlich gar nicht mehr voneinander unterscheiden, dann stärkt dies nur die politischen Ränder. Wir werden die Sozialdemokraten nicht aus der Verantwortung entlassen, bis 2025 mit deutlich selbstbewusster gewordenen Grünen zurechtzukommen. Uns braucht man dazu nicht. Ob Anträge von SPD, Grünen oder CDU kommen, sollte in den nächsten Jahren egal sein. Wichtiger ist, dass Anträge vernünftig sind“, so Nettekoven.

„Mir hat gestern gut getan, dass die Mitglieder des Kreisvorstandes mir den Rücken gestärkt haben. Ich werde mich weiter als Ratsmitglied aktiv einbringen und keinen Platz in der letzten Reihe suchen. Die Wählerinnen und Wähler haben mir das beste CDU-Ergebnis bei dieser Kommunalwahl beschert. Dafür danke ich Ihnen. Und dafür stehe ich in der Pflicht. Ich werde die Interessen meines Wahlkreises vertreten und weiter versuchen, Politik zum Wohle Remscheids zu machen“, sagt der CDUFraktionschef.

„Am 24. September haben wir die letzte Ratssitzung in dieser Wahlperiode. Für Freitag, den 25. September werde ich die örtliche Presse für 11 Uhr in unsere Geschäftsstelle einladen, um nach dieser letzten Ratssitzung mit etwas Abstand zur Kommunalwahl eine Bilanz meiner sechs Jahre als Fraktionsvorsitzender zu ziehen. Mir ist es wichtig, diesen Schritt aus freien Stücken zu vollziehen. Meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger werde ich als Fraktionsmitglied loyal unterstützen, so wie auch ich in den letzten Jahren von meinen Kolleginnen und Kollegen loyal unterstützt wurde. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei meinen beiden Stellvertretern Tanja Kreimendahl und Mathias Heidtmann sowie den weiteren Vorstandsmitgliedern Susanne Pütz, Kurt-Peter Friese, Kai Kaltwasser und Norbert Schmitz bedanken. Sie haben mich alle großartig unterstützt. DANKE“, so Nettekoven.

Einbrüche in Jugendeinrichtungen: Zwei Verdächtige (15, 18) gefasst

In den vergangenen Wochen kam es in Remscheid vermehrt zu Einbrüchen. Die Täter drangen in Wohnungen, aber auch in Schulen und Jugendeinrichtungen ein. Insbesondere in den Jugendeinrichtungen verursachten sie durch Vandalismus einen hohen Sachschaden.

Darüber hinaus gelangten sie über „auf Kipp“ gestellte Fenster in Wohnungen. Aus zwei Wohnungen stahlen die Einbrecher Autoschlüssel und fuhren anschließend mit den Fahrzeugen herum. Einen Mazda setzten sie nach ihrer Spritztour in einem Wald in Brand.

Am 10. September 2020 konnten im Rahmen einer Fahndung zwei Tatverdächtige an der Hügelstraße gegen 4.40 Uhr von Remscheider Polizisten festgenommen werden. Die 15- und 18 Jahre alten jungen Männer werden verdächtigt, für eine Vielzahl von Einbrüchen verantwortlich zu sein. Insbesondere der 18-Jährige ist bereits erhebliche polizeilich in Erscheinung getreten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der 18-Jährige einem Haftrichter, mit dem Ziel ihn der Untersuchungshaft zuzuführen, vorgeführt. Dieser ordnete seine Inhaftierung an. Der 15-Jährige wurde gegen Auflagen von einer Untersuchungshaft verschont. Die umfangreichen Ermittlungen dauern weiterhin an.

Alexa Bell beweist mit Paukenschlag Haltung

Nachfolgend veröffentlichen wir die persönliche Erklärung von Alexa Bell im Wortlaut:

„Ich werde das Ratsmandat, das mir über die Reserveliste zufallen würde, nicht annehmen.

Ich bin für eine Veränderung in dieser Stadt angetreten. Die Remscheider haben in der gestrigen Wahl sehr deutlich dokumentiert, dass eine Veränderung nicht gewünscht ist. Das werde ich akzeptieren. Die Kremenholler haben außerdem entschieden, dass ich nicht über ein Direktmandat in den Stadtrat einziehen werde. Auch das ist eine demokratische Entscheidung, die ich zu akzeptieren habe. Der CDU stehen 17 Ratsmandate zu. Durch meinen Verzicht wird der nächste Kandidat von der Reserveliste nachrücken, sodass die CDU dem Wählerwillen entsprechend mit 17 Ratsmitgliedern vertreten sein wird.

Ich werde ausdrücklich nicht die alleinige Verantwortung für das gestrige Wahlergebnis übernehmen. Ich habe nicht alleine in den vergangenen Monaten die CDU nach außen repräsentiert. Wir sind als Team angetreten und haben als Team dieses Wahlergebnis zu verantworten. Da ich an vielen Stellen in der Partei ein Mitglied im Team bin, werde ich mich nicht aus der Verantwortung ziehen und meinen Pflichten bis zum Ende der jeweiligen Wahlperioden der einzelnen Parteiämter nachkommen. Ich werde allerdings für kein Amt der nächsten Vorstandsperiode mehr zur Verfügung stehen. Das gilt für alle Positionen in der CDU und in ihren Vereinigungen. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, da ich die Parteiarbeit auf allen Ebenen immer sehr gerne und mit großem Engagement gemacht habe. Über viele Jahre ist mir dafür insbesondere in den Vereinigungen eine große Wertschätzung entgegengebracht worden, die sich in immer sehr guten Wahlergebnissen und zum Schluss in meiner Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt niedergeschlagen hat. Die CDU Remscheid braucht ebenso dringend eine Veränderung, wie ich sie mir für unsere Stadt gewünscht habe. Ich wünsche mir für meine Partei, dass dies gelingt und werde mich, so lange ich im Amt bin, für diese Erneuerung einsetzen.

Ich habe diesen Schritt bereits im Vorfeld meiner Kandidatur gut überlegt, da ich sehr genau wusste was auf mich zukommen könnte – sowohl extern als auch intern. Ausschlaggebend für meine Entscheidung ist nicht das Wahlergebnis. Wer in der Politik nicht verlieren kann, hat dort nichts zu suchen. Demokratische Entscheidungen sind ohne Ausnahme zu akzeptieren. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind für mich zum einen die Zusammensetzung der künftigen Fraktion und zum anderen der Verlauf des gestrigen Abends.

Ich werde mich nun auf die Beendigung meines Studiums konzentrieren und meinen eigenen Weg gehen. Der Wahlkampf hat mir sehr viel Freude bereitet, mich als Persönlichkeit noch einmal gestärkt und mir deutlich gezeigt, welche Prioritäten ich in meinem Leben zukünftig setzen möchte. Wer mir in den letzten Wochen gut zugehört hat, weiß, dass ich dafür stehe, Entscheidungen zu treffen und diese in die Tat umzusetzen. Genau das werde ich nun tun.

Alexa Bell
Remscheid, den 14.09.2020″

FDP: Sven Chudzinski ist neuer Fraktionsvorsitzender

Sven Chudzinski wird in der nächsten Wahlperiode den Freien Demokraten im Rat vorstehen. Die neu gewählten Ratsmitglieder der Freien Demokraten bestimmten gestern Abend den Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl am vergangenen Sonntag zum Vorsitzenden der neuen FDP-Fraktion. Philipp Wallutat wird stellvertretender Vorsitzender der Freien Demokraten im Remscheider Stadtrat bleiben.

Die FDP-Fraktion will jetzt ihr Programm für Remscheid umsetzen. Sven Chudzinski: „Die Konsolidierung des städtischen Haushalts muss auch in den kommenden Jahren Priorität genießen, damit wir weiter Schulden abbauen und finanzielle Spielräume schaffen können. Remscheid benötigt neue Gewerbeflächen, um den Unternehmen eine Zukunft in unserer Stadt zu bieten. Wir wollen den Wohnungsbau stärken, damit möglichst viele Menschen mit ihren unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen in Remscheid bleiben oder die Stadt zu ihrer Heimat machen können.“

Die Freien Demokraten streben daher eine sachorientierte Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen an. „Wir stehen für Gespräche zur Verfügung, denn wir wollen weiterhin Verantwortung übernehmen. Für die Sanierung des städtischen Haushalts und die Projekte der Stadtentwicklung etwa muss es eine Zusammenarbeit in der Sache geben, um verlässliche Mehrheiten in diesen zentralen Themenfeldern zu ermöglichen“, so der neue Fraktionsvorsitzende.

Sonderausgabe zur Kommunalwahl: Die Woche – Lokalnachrichten aus Remscheid

Die dieswöchige Ausgabe des Remscheider Lokalnachrichten-Magazins „Die Woche“ von rs1.tv dreht sich einzig um den Kommunalwahlkampf in Remscheid.

Nicole Dahmen führt wie gewohnt durch die Sendung. Arunava Chaudhuri sprach mit Burkhard Mast-Weisz, Alexa Bell, Fritz Beinersdorf, Roland Kirchner, Bettina Stamm, David Schichel, Sven Chudzinski, Sven Wolf und Jens Nettekoven.

rs1.tv-Chefredakteur Arunava Chaudhuri mit seinem Kommentar zur Kommunalwahl 2020 in Remscheid. Zum Abschluss zeigen wir einige Emotionsbilder vom Wahlkampfende.

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Die neueste Ausgabe von „Die Woche“ – Lokalnachrichten aus Remscheid gibt es jeden Montag um 18.30 Uhr.

Hoher politischer Besuch im Remscheider Stadtpark

Norbert Walter-Borjans folgte einer Einladung der SPD nach Remscheid.

Als Norbert Walter-Borjans, der Bundesvorsitzende der SPD, mit etwas Verspätung vergangenen Sonntag die Bühne im Remscheider Stadtpark betrat, gab es den ersten Lacher des Nachmittags. „Hier stehen ein rotes und ein schwarzes Mikrofon“, sagte NoWaBo, „und ich gehe zum schwarzen.“ Der SPD-Chef schüttelte über sich selbst den Kopf, sprach dann aber doch durch das rote Mikrofon. „Diese Farbe ist mir lieber.“

Wir retten die Kommunen

Walter-Borjans sprach beim 1. Stadtpark-Gespräch seiner Partei zum Thema „Wir retten die Kommunen“. Wie im Wahlkampf üblich blieb es nicht bei diesem Thema. Immer wieder schweifte der SPD-Chef ab, ging den politischen Gegner harsch an und machte vor der nordrhein-westfälischen Landesregierung auch nicht Halt. „Neun Milliarden Euro für die Lufthansa sind in fünf Minuten genehmigt“, schimpfte er, „aber wenn es um ein paar Millionen für einen Kinderbonus geht, kann man mit der CDU plötzlich nicht mehr reden.“
Die Kommunen haben Probleme. Auch in der sozuschreiben chronisch finanziell klammen Stadt Remscheid. „Remscheid hatte vor Kurzen noch 650 Millionen Euro Schulden. Auch dank der Drosselung der Gewerbesteuer hat die Stadt die Schulden auf 550 Millionen senken können. Und dann kam Corona, und die Schulden stiegen wieder. Die Gespräche mit der Landesregierung gestalteten sich sehr schwierig. „Was vom Land NRW als Hilfe kommt, kann man nicht wirklich als Hilfe bezeichnen“, sagte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dazu im Laufe des Nachmittags.

Ein großes Übel in diesem Zusammenhang, erkannte Walter Borjans, seien die sogenannten Altschulden. „Wir zahlen in jedem Jahr sieben Millionen Euro nur an Zinsen“, schimpfte der SPD-Chef. „In Zeiten von Minuszinsen haben es die Unternehmen, die heutzutage einen Kredit erhalten, deutlich einfacher. Und auch hier gilt: Kommunen, die es mit einer Landesregierung zu tun haben, die dem politischen Gegner zuzurechnen ist, haben es schwer.“

Solidarität ist das Gebot der Stunde

Zweidrittel der Staatsausgaben, so Walter-Borjans weiter, würden auf kommunaler Ebene ausgegeben. „Aber wenn die Kommunen dafür kein Geld haben, dann ist das Problem schnell da.“ Der SPD-Chef machte darauf aufmerksam, dass für die Kommunen „neubauen einfacher und billiger ist als Umbauen.“ Solidarität, so NoWaBo, sei das Gebot der Stunde. „Wenn der Starke dem Schwachen hilft, und das meine ich auch auf die Kommunen bezogen, dann sollte alles gut sein, Und dann ist mir vor der Zukunft der Stadt Remscheid nicht bange.“

Im Vorfeld des Besuches von Nobert Walter-Borjans spielte das Folk-Trio Fragile Matt irisches Liedgut zwischen instrumentalen Reels und „The Rover“, in Deutsch unter dem irreführenden Titel „An der Nordseeküste“ nicht völlig unbekannt, wie immer von der whiskygetränkten Stimme Davids, der manchmal aus Irland und manchmal aus Solingen stammt, veredelt.

Auf der politischen Ebene wurden die SPD-Kandidaten für die Bezirksbürgermeisterwahl vorgestellt. Ebenso standen die Kandidaten für den Integrationsbeirat auf der Bühne. Immerhin 26.000 Remscheiderinnen und Remscheider dürften dieses wichtige Organ wählen, alleine werden es nicht so viele werden… Rund 32.000 Wahlberechtigten in der Stadt können darüberhinaus den Seniorenbeirat wählen. Bei der Vorstellung der SPD-Kandidaten gab es den zweiten Lacher, als es aus der Reihe der Kandidaten hieß: „Eins verstehe ich wirklich nicht: Wie kann man in der heutigen Zeit CDU wählen?“ Das Publikum, knapp 100 Interessierte stark, applaudierte herzlich.

Wenn es denn dabei bliebe, dass die CDU der größte anzunehmende Unfall für Remscheid wäre, könnte man ja auf der Seite der SPD noch recht gut damit leben. Aber andere – zumeist offen rechtsradikale – Parteien machen der SPD und den demokratischen Parteien links von ihr viel mehr das Leben schwer. Sie gilt es mit demokratischen Mitteln zu bekämpfen. Und deshalb sollte man am 13. September unbedingt an der Kommunalwahl teilnehmen.

Remscheid hat Platz: Mahnwache nach Großbrand im Camp Moria

Es gab einen verheerenden Brand im Geflüchtetencamp Moria auf Lesbos. Dazu veranstalteten Remscheid Tolerant, Aktion Muteinander, die Seebrücke Remscheid, die Grünen, die Linke und die SPD am Mittwoch, 9. September 2020 eine Mahnwache vor dem Remscheider Rathaus.

Zwischen Erteilung der Genehmigung zur Mahnwache und deren Beginn lagen nur knapp drei Stunden, dennoch kamen mehr als 60 Menschen zum Rathaus, um gegen eine EU-Politik zu demonstrieren, die es zulässt, dass unter ihren Augen Menschenrecht, EU-Recht und das Asylrecht gebrochen werden.

Es sprachen Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), Bürgermeister David Schichel (B90/DIE GRÜNEN), Fraktionsvorsitzender Fritz Beinersdorf (DIE LINKE) und Sascha von Gerishem (2. Vorsitzender Remscheid tolerant e.V. und Sprecher der Aktion Muteinander).

GRÜNE wollen mehr Anliegerbeteiligung bei Straßenbaumaßnahmen

Zu dem in den Ratsgremien zum Beschluss vorliegenden Straßen- und Wegekonzept der Stadt Remscheid (Drs. 15/7627) erklärt David Schichel, stellvertretender Fraktionssprecher:

„Wir können die im Rahmen des Verkehrs- und Wegekonzeptes vorgesehenen Ausnahmen von der nach dem neuen Kommunalabgabengesetz festgeschriebenen Anliegerbeteiligung in der vorgelegten Form nicht mittragen. Aus unserer Sicht werden die Regelungen zum sogenannten „Alternativen Verfahren“ die Ausnahme zur Regel machen. Im Ergebnis wird dann auch zukünftig in zu vielen Fällen statt einer Anliegerversammlung, weiterhin nur eine schriftliche Information der Anlieger erfolgen.

Auch wenn sich die Landesregierung bei der Novelle des Kommunalabgabengesetzes (KAG) nicht zu der geforderten Abschaffung der Anliegerbeiträge durchringen konnte, so wollte sie mit dem neuen Gesetz doch immerhin die Beteiligung der betroffenen Anlieger an Planungsentscheidungen stärken. Denn die Menschen sind die Expert*innen vor Ort, da wo sie leben. Das gilt selbstverständlich auch für Straßenbaumaßnahmen. Darum erwarten wir, dass die Verwaltung die Regelungen zum Alternativen Verfahren überarbeitet und neu vorlegt.“

Neues Ausstellungsbild für Gedenkstätte Pferdestall

Der Remscheider Oberbürgermeisterkandidat Fritz Beinersdorf (DIE LINKE) überreichte am Mittwoch dem geschäftsführenden Vorstand des Vereins der Gedenk- und Bildungsstätte (GuB) Pferdestall Remscheid e.V. das Gemälde „Cassandra“ des Remscheider Malers und Bildhauers Gustav Kramer (*23.06.1911, +28.06.1972).

„Der Vorstand ist äußerst erfreut über diese Geste und bedankt sich bei Herrn Beinersdorf. Es ist schön zu sehen, dass uns Herr Beinersdorf mit dieser historischen Spende unterstützt“, meint Hans Heinz Schumacher, Vorsitzender des Vereins. „Wir werden das Gemälde sicherlich in einer zukünftigen Ausstellung gut integrieren können“, sind sich Andrea Blesius und Klaus Blumberg einig, die beide als Historiker in Remscheid und Umgebung tätig sind.

Dazu erläutert Beinersdorf den historischen Kontext: „Der Maler und Bildhauer Gustav Kramer geriet schon bald nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ins Fadenkreuz der Gestapo, weil er im Juli 1933 die Matrize für ein Flugblatt der kommunistischen Jugendorganisation zeichnete. Er kam für fünf Monate in so genannte Schutzhaft in das KZ Kemna, wurde kurz danach wieder verhaftet, schwer misshandelt und für 16 Monate wegen Hochverrats in ein KZ im Börgermoor gesteckt. Nach der Haftentlassung besuchte er 1937 die Meisterschule des deutschen Handwerks, wurde denunziert und musste sie verlassen.“

Würdigung eines Widerstandskämpfers

Nach dem Zweiten Weltkrieg, von dem er als „wehruntüchtig“ verschont wurde, arbeitete er in Remscheid als freier Künstler unter prekären Bedingungen. Fritz Beinersdorf erzählt, wie das Atelier des Künstlers in den 60er und 70er Jahren für politisch interessierte junge Menschen zu einer regelrechten Bildungsstätte für Nonkonformisten wurde. „Hier, nicht in der Schule, lernten sie Brecht und Sartre, Camus und Marx kennen. Er war „ein aufrechter Widerständiger, ein Revolutionär des Alltagslebens“. Ich freue mich, dass ich dieses Bild aus meinem Besitz an die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall abgeben kann. Ich verbinde hiermit auch die Hoffnung, dass in naher Zukunft eine Ausstellung die Widerstandskämpfer meiner Heimatstadt würdigt.“

Kramers Kunst wurde stetig durch das Erlebte geprägt. Sehr viele seiner Werke sind heute noch in der Öffentlichkeit in Remscheid zu sehen. Zum Beispiel ist am Gebäude Schützenstraße/Ecke Zur Böckerswiese das Kunstwerk „Die Familie“ zu sehen. Auch die beiden jüngeren Vorstandsmitglieder Nick Schmeißer (20) und Francesco Lo Pinto (19) (beide stellv. Vorsitzende) sind dankbar über die Spende und das historische Gemälde.

„Wer hätte 2016 gedacht, dass wir nicht nur Informationen, sondern auch historische Kunstwerke im Pferdestall ausstellen dürfen“, blickt Lo Pinto zurück. „Wir werden dem Bild einen prominenten Platz schaffen“, schließt Schmeißer ab.

 


Artikel geschrieben von Fritz Beinersdorf, Andrea Blesius und Francesco Lo Pinto, Korrektur Hans Heinz Schumacher

Mahnwache für Moria: 9.9. – 19 Uhr vor dem Rathaus Remscheid

Das Geflüchtetenlager Moria brennt. Diese Katastrophe erfüllt uns mit Trauer und Wut. Sie ist die Folge politischen Versagens. Europa muss endlich handeln, Deutschland muss endlich handeln. Wir fordern die sofortige Evakuierung des Lagers, damit die Menschen dieser Hölle entkommen. Wir haben schon lange ein Aufnahmeprogramm gefordert und wir sagen euch heute: Remscheid hat Platz.

Daher laden gemeinsam zur Mahnwache am heutigen Mittwoch, 09.09.2020, 19 Uhr, vor dem Remscheider Rathaus, Theodor-Heuss-Platz, ein:

  • Remscheid Tolerant
  • Seebrücke Remscheid
  • Aktion Muteinander
  • GRÜNE Remscheid
  • Die Linke.Remscheid

Sascha von Gerishem
Chefredakteur Lüttringhauser.de

Facebook-Veranstaltung

Die Mahnwache ist bei Facebook als Veranstaltung hinterlegt. Über diesen Link: https://www.facebook.com/events/650057159239659/ gelangt man direkt dort hin. Bitte teilen Sie diesen Link, auch wenn Sie selbst nicht zur Mahnwache erscheinen können.

Wolf: Der Skywalk über die Müngstener Brücke ist machbar!

Um die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke vorzustellen, lud Sven Wolf am vergangenen Freitag auf Initiative von Gerd Münnekehoff Bürgerinnen und Bürger zur Besichtigung und Begehung der Plattform unter den Zugschienen ein.

Dort stellt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat einen Skywalk vor, der von Fußgängern, Radfahrern und Touristen überquert werden könnte. Diese für manche vielleicht vage Idee wurde nun im Rahmen der Begehung konkret erlebbar. Denn für Sven Wolf ist klar: „Der Skywalk ist machbar, und das mit wenig Kosten und Aufwand. Wirklich benötigt werden insbesondere noch Sicherheitsnetze und Zubringerwege zwischen den Wanderwegen und der Brücke. Einzig ein Betreiber müsste noch gefunden werden.“

Sven Wolf hält die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke für machbar. Foto: Thomas Wunsch
Sven Wolf hält die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke für machbar. Foto: Thomas Wunsch

Gemeinsamer Antrag im Bergischen Rat

Diese ganzen Fragen bezüglich Betreiber, Finanzierung und Absturzsicherung sollten nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geklärt werden. Dazu hat die Bergische SPD einen gemeinsamen Antrag in den Bergischen Rat eingebracht.

„Der Brückenpark, der 2006 im Rahmen der Regionale eröffnet wurde, soll weiterentwickelt werden.“ so Wolf. „Im ersten Konzept gab es schonmal die Idee eines Fußwegs, die damals aber leider nicht machbar war. Jetzt besteht dazu eine echte Chance“, ist sich Wolf sicher.

Gespräche mit Brüger*innen in luftiger Höhe: Sven Wolf engagiert sich für den Skywalk. Foto: Thomas Wunsch
Gespräche mit Brüger*innen in luftiger Höhe: Sven Wolf engagiert sich für den Skywalk. Foto: Thomas Wunsch

Einig waren sich die Besucherinnen und Besucher der Brückenbesichtigung jedenfalls darüber, dass das Projekt für das Bergische Land vor allem in kultureller Hinsicht sehr wünschenswert wäre. Allein die einzigartige Aussicht, die man auf der Brücke genießen kann, sei ein Stück Bergischer Kultur und sollte für jeden zugänglich sein. „Jeder, der schon einmal morgens über die Müngstener Brücke gefahren ist, weiß, wie märchenhaft der Blick ins nebelige Tal während des Sonnenaufgangs ist. Leider überquert der Zug die Brücke in wenigen Sekunden, sodass keine Zeit zum Genießen bleibt. Genau das soll der Skywalk aber seinen Gästen ermöglichen.“, beschrieb Wolf seine Eindrücke von der Aussicht.

Mittwochs in Lüttringhausen erst FREITAG: Thema Bildung und Irish Folk mit Fragile Matt

UPDATE: Termin wurde wegen der Wettervorhersage von Mittwoch, 9. September auf Freitag, 11. September 2020 verschoben.

Mittwochs in Lüttringhausen diesmal erst am Freitag: III. Lüttringhauser Heimatgespräch zum Thema Bildung – Irish-Folk-Band „Fragile Matt“ wird für musikalische Unterhaltung sorgen.

„Welche Voraussetzungen müssen für optimalen individuellen Bildungserfolg erfüllt sein?“ – diese Frage wird im Rahmen der III. Lüttringhauser „Heimat-Gespräche“ im Mittelpunkt stehen, welches am Freitag, 11. September 2020 ab 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) auf der Lüttringhauser Heimatbühne am Ludwig-Steil-Platz stattfinden wird.

Politik und Kultur

Bei den Lüttringhauser „Heimat-Gesprächen“ handelt es sich um eine Kombination von Politik und Kultur. Der Abend beginnt mit einer halbstündigen Diskussion, bei der ein kommunalpolitisch relevantes Thema im Mittelpunkt steht. Im Anschluss tritt eine Künstlerin, ein Künstler oder eine ganze Gruppe auf.

Nachdem beim ersten Abend der Musiker Jochen Wingsch aka Papa Jo’s One Man Acoustic Jam und beim zweiten Abend die Bochumer Slam-Poetin Jule Weber auf der Heimatspielbühne aufgetreten sind, wird am kommenden Mittwoch die Irish Folk – Band „Fragile Matt“ die Besucher*innen auf eine imaginäre Reise auf die „grüne Insel“ entführen.

Freier Eintritt

Einlader ist der SPD-Ortsverein Remscheid-Lüttringhausen. Der Eintritt ist frei. Besucher*innen sind gehalten, Mund- und Nasebedeckungen mitzuführen.